Spielewelten
„Ananda“: Meditativ Steine platzieren
„Ananda“ macht nicht allein durch das Meditative Spaß und gibt einem das Gefühl, etwas zu schaffen. Zum hübschen Material gehören außer dem Spielplan und den haptisch tollen Steinen Mönchsfiguren, Meditationskarten und Abstellbänke, die nach Steinregalen aussehen. Ein Stein liegt offen in der Mitte des Spielplans, der Rest verdeckt als Vorrat bereit. Jeder Spieler erhält eine Figur und Meditationskarten in eigener Farbe, die Anzahl der Karten hängt von der Anzahl der Spielenden ab. Außerdem starten alle mit sechs Steinen, die sie für die anderen verdeckt auf die Ablagebank stellen.
Ziel des Spiels ist es, mit geschickt platzierten Steinen möglichst viele Karmapunkte zu sammeln. Dafür sind Züge nötig, die jeweils aus fünf Phasen bestehen. Als erstes stellt der Spieler oder die Spielerin eine Mönchsfigur auf ein Feld einer Farbe. Damit legt man fest, an welche Farbfläche man anbauen will. Erlaubt sind Areale, auf denen kein anderer Mönch steht. Es darf kein Feld der Fläche sein, von der aus der Zug begonnen hat.
Platzierungsregeln beachten
In Phase zwei darf man beliebig viele Bausteine, die auf einem oder beiden Teilen die gewählte Farbe zeigen, an diese bestehende Farbfläche anbauen. Wie zu erwarten: Es gibt auch bei „Ananda“ die obligatorischen Platzierungsregeln.
Ein Stein liegt entweder auf dem Fundament oder auf genau zwei darunterliegenden Steinen, die auf gleicher Ebene liegen. Das bedeutet, ich kann mit einem Stein keinen anderen komplett abdecken und nicht überragend in der Luft bauen. Auch auf andere Mönche darf man nicht bauen.
Kleine, wichtige Regel: Es ist zwar nicht erlaubt, den Mönch auf eine schon besetzte Fläche zu setzen. Es ist aber möglich, die Fläche des eigenen Mönchs inklusive der eingebauten Steine mit einer besetzten, punkteträchtigen Fläche zu verbinden.
Flächenwert errechnen
Findet ein Spieler keine freie Fläche für seinen Mönch oder möchte er in einem Zug nicht bauen, nimmt er seine Figur vom Spielplan und erhält einen Baustein aus dem Vorrat. Sind dagegen die Bauarbeiten beendet, zählt die Baumeisterin oder der Baumeister die Anzahl der Felder, aus der ihre vergrößerten Farbflächen bestehen. Das ist der Flächenwert.
Nach der Arbeit hat Autor Dirk Barsuhn das Meditieren (Phase drei) gesetzt. Die Spieler wählen Karten auf ihrer Hand mit der gleichen Farbe wie die Fläche, auf der ihre Mönche stehen. Ihre Summe ist der Meditationswert. Er muss kleiner oder gleich des Flächenwerts sein. Dann kann man die Karten vor sich als Karmapunkte ablegen. Die Differenz zwischen Meditationswert und Flächenwert legt außerdem fest, wie viele Bausteine man aus dem Vorrat nehmen darf, was die vierte Phase eines Zugs ist.
Karmapunkte sammeln
Zu guter Letzt stellen wir das Gleichgewicht wieder her, genauer gesagt, das zwischen den eigenen Handkarten und den Bausteinen. Man zieht so lange Meditationskarten nach, bis man so viele hat wie Bausteine. All das wiederholt sich so lange, bis ein Spieler seinen letzten Baustein platziert hat und keine Steine mehr im Vorrat liegen. Die gesammelten Karmapunkte in Form von ausgespielten Meditationskarten werden addiert, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Tie-Breaker ist, wer noch am wenigsten Steine auf der Ablagebank hat.
Kein großer Ärgerfaktor„Ananda“ punktet mit ansprechendem Material, die Steine liegen gut in der Hand, die Illustration ist thematisch passend. Es ist ein ruhiges Spiel ohne großen Ärgerfaktor, obwohl alle auf dem gleichen Spielplan bauen. Dass jeder selbst steuert, ob er viele Punkte sammelt oder doch lieber mehr Steine für den nächsten genialen Bau-Zug zieht, funktioniert wunderbar. Zugleich gibt es aber nicht so viele Optionen, dass man das Spiel „zerdenken“ könnte.
Zu zweit bauen die Duellanten relativ entspannt aneinander vorbei. Sitzen mehr Spieler am Tisch, wird es schon schwieriger, freie Felder für die Mönche zu finden, die auch noch zu Punkte liefernden Flächen ausgebaut werden können. All das macht „Ananda“ zu einem sehr gelungenen, leicht verständlichen Spiel, das man gern immer wieder mal aus dem Regal holt.
Spielführer
„Ananda“ von Dirk Barsuhn
Genre: Kartenspiel/Plättchenpuzzle
Spieler: 2 – 4
Alter: 10 Jahre
Dauer: 45 Minuten
Verlag: Zoch
Preis: um 25 Euro