Politik Zur Sache: Pfälzer Stimmen zum Ausgang der Bayern-Wahl

„Die Lehre für uns in Berlin muss sein: zurück zur Sacharbeit, kein Streit und die Probleme der Menschen lösen.“ So reagierte der Bad Dürkheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger auf das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern. Die Union sei zwar mit einem blauen Auge davongekommen: „Angesichts der sehr guten Politik, die in den letzten Jahren in Bayern gemacht wurde, enttäuscht das Ergebnis aber natürlich.“ Lindner (Grüne): Stehen bereit „Ich freue mich riesig für meine Partei in Bayern. Knapp 20 Prozent sind ein historisches Ergebnis und ein klarer Wählerauftrag“, sagte Tobias Lindner (Wörth), der südpfälzische Bundestagsabgeordnete der Grünen zum Wahlergebnis. Der „erzkonservative Kurs“ der CSU in den vergangenen Monaten habe sich nicht ausgezahlt. Die Grünen würden sich als möglicher Koalitionspartner zwar nicht anbiedern, „aber wenn man mit uns ernsthaft sprechen will, steht meine Partei dazu bereit.“ Ulrich (Linke) fordert Rücktritte Nach Ansicht des pfälzischen Linken-Bundestagsabgeordneten Alexander Ulrich (Reichenbach-Steegen) haben die Bayern „heute Historisches“ gewählt. Die CSU wurde „endgültig vom bayrischen Thron gestoßen und die SPD verliert nun den Anspruch, noch eine Volkspartei zu sein.“ Der Wahlausgang sei „die verdiente Quittung für das miserable Erscheinungsbild der großen Koalition in Berlin“. Zum Abschneiden seiner Partei sagte Ulrich: „Für die Linke bleibt Bayern bei einer Landtagswahl – im Gegensatz zu Bundestagswahlen – leider trotz Zugewinnen eine zu hohe Hürde.“ Herzog (SPD): Seehofer schadet Als Gewinner der bayerischen Landtagswahl sieht der pfälzische SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog (Zellertal) die Grünen. Demgegenüber gehöre die SPD zu den Verlierern: „Unser Ergebnis ist in dem befürchteten Bereich von knapp zehn Prozent und ist noch einmal deutlich unter dem SPD-Ergebnis der Bundestagswahl in Bayern“, so Herzog. Von der großen Koalition in Berlin habe es keinen Rückenwind gegeben, allerdings müsse sich auch die bayerische SPD kritische Fragen stellen. Die CSU, insbesondere Parteichef Horst Seehofer, habe in Berlin und in Bayern erheblichen politischen Schaden über die CSU hinaus zu verantworten. Baldauf (CDU): Müssen reden Das Ergebnis der Bayernwahl sei eine deutliche Warnung der Wähler an die Volksparteien, sagte der stellvertretenden CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf (Frankenthal). Die Botschaft sei: „Weniger Streit, weniger Machtkämpfe, weniger Querelen. Stattdessen: Mehr Inhalte, mehr Entscheidungen, mehr Orientierung. Nur so können wir enttäuschte Wähler und Vertrauen zurückgewinnen“, so Baldauf. „Noch nie war es so wichtig, dass die CDU über ein neues Grundsatzprogramm diskutiert und ihre Positionen klar auf den Punkt bringt.“ Wildberg (AfD): Auslaufmodelle „Ich begrüße, dass zwei Drittel der Bayern mit der CSU, den Freien Wählern, der FDP und der AfD ein starkes bürgerliches Lager gewählt haben. Die AfD zieht als starke Kraft – noch vor der SPD – in den bayerischen Landtag.“ So reagierte der südpfälzische AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Wildberg (Rülzheim) auf die Bayern-Wahl. Die künftige AfD-Fraktion im Münchner Landtag werde „als bürgerlich-patriotische Opposition der Vernunft die bayerische Regierung kontrollieren und dafür sorgen, dass sich Herr Söder auch immer daran erinnert, was er verspricht“, sagte Wildberg. Zu möglichen Auswirkungen auf die Bundespolitik sagte Wildberg: Spätestens nach der Hessenwahl „werden die Auslaufmodelle SPD und CDU ihre Konsequenzen ziehen.“