Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wissings neuer Job: Ab nach Berlin!

Wird von FDP-Chef Christian Lindner fallengelassen: Generalsekretärin Linda Teuteberg.
Wird von FDP-Chef Christian Lindner fallengelassen: Generalsekretärin Linda Teuteberg.

Landesminister Volker Wissing drängt es wieder zurück in die Hauptstadt. Für die FDP ist seine Nominierung als Generalsekretär ein Gewinn.

In der Vergangenheit hatte die FDP nicht viel Glück mit ihren Generalsekretärinnen. Nicola Beer wurde wegen Erfolglosigkeit immerhin in allen Ehren nach Brüssel wegkomplimentiert. Ihre Nachfolgerin Linda Teuteberg wird schlichtweg fallengelassen. Die 38-Jährige aus Brandenburg rückte in die Schlüsselposition auf, weil sie die FDP im Osten Deutschlands stärken sollte – was ihr nicht gelang. Als in Thüringen ein FDP-Mann mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, war Teuteberg schlicht überfordert und nicht wahrnehmbar.

Ampelkoalition war ein Meisterstück

Um ihren unfreiwilligen Abgang mit einer halbwegs gesichtswahrenden Begründung zu erklären, kommt FDP-Chef Christian Lindner die Corona-Krise zu Hilfe. Nun sei Wirtschaftskompetenz gefragt, weshalb man mit Volker Wissing das „Team“ verstärken wolle. Wissings Sehnsucht nach einer bedeutsamen Rolle in Berlin ist kein Geheimnis. Zwar hat er mit der Ampelkoalition in Mainz 2016 ein kleines Meisterstück vollbracht und die FDP in Rheinland-Pfalz wieder an den Kabinettstisch zurück manövriert.

Guter Ruf als Finanzpolitiker

Doch dürfte das Amt eines Landesministers nicht das Ziel seiner Karrierewünsche sein. Als FDP-Bundestagsabgeordneter hatte sich Wissing bereits einen guten Ruf als Finanzpolitiker erarbeitet und dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück arbeitsreiche Stunden beschert. Möglicherweise ahnt Wissing auch, dass die Landes-FDP im Wahljahr 2021 keine so starke Position erlangen wird wie zuletzt.

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