Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wer lange hier lebt, soll Bürger werden dürfen

Aus ihrem Haus stammt der Entwurf für ein neues Staatsbürgerschaftsrecht: Innenministerin Nancy Faeser (SPD).
Aus ihrem Haus stammt der Entwurf für ein neues Staatsbürgerschaftsrecht: Innenministerin Nancy Faeser (SPD).

Die Bundesrepublik braucht Einwanderer. Deshalb ist es richtig, die Hürden für die Einbürgerung zu senken. Das hilft bei der Integration.

Wie wertvoll etwas ist, vergisst man schnell, wenn man es immer hat. Das gilt für Geld, eine Wohnung, einen vollen Kühlschrank. Und für die Staatsbürgerschaft. Dass man sich frei in der EU bewegen darf, wählen kann und vor Ausweisung geschützt ist, ist überhaupt nicht selbstverständlich. Wenn die Ampelkoalition nun das Staatsbürgerschaftsrecht reformieren will, geht es um viel.

Das Bundesinnenministerium hat den Entwurf eines Gesetzes veröffentlicht, das Einbürgerungen erleichtern soll. Deutscher oder Deutsche zu werden, soll damit einfacher werden – zumindest formal. Das ist überfällig. Schon oft war das Vorhaben angekündigt worden. Deshalb ist jetzt wichtig, dass es sich nicht noch länger verzögert.

Anreize verstärken

Die Frist bis zur Einbürgerung soll kürzer werden. Dies ist ein notwendiger Schritt in einem Land, das auf Einwanderung angewiesen ist. Dabei hilft es enorm, diesen Menschen eine Perspektive zu geben: Wer das Gefühl hat, hier nur Gast zu sein, hat weniger Anreize, die Sprache über das Alltagsminimum hinaus zu lernen oder seine Zeit in ein Ehrenamt zu stecken.

Sozusagen nachträglich soll die Einbürgerung für jene erleichtert werden, die zur „Generation Gastarbeiter“ zählen. Es sind Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben und gearbeitet haben. Sie sollen nicht mehr durch einen Einbürgerungstest nachweisen müssen, ob sie „wirklich deutsch“ sind. Es reicht ein mündlicher Sprachtest. Gut so.

x