Linkspartei RHEINPFALZ Plus Artikel Wagenknecht tritt nicht mehr für die Linke an

Sahra Wagenknecht vorigen Samstag auf der Friedenskundgebung in Berlin.
Sahra Wagenknecht vorigen Samstag auf der Friedenskundgebung in Berlin.

Im RHEINPFALZ-Gespräch schließt die Linken-Politikerin erstmals eine erneute Bundestagskandidatur für ihre Partei aus.

Die Linkspartei wird nach der nächsten Wahl nicht mehr mit Sahra Wagenknecht im Bundestag vertreten sein. Die 53-Jährige sagte der RHEINPFALZ auf Anfrage: „Eine erneute Kandidatur für die Linke schließe ich aus.“ Damit äußerte sich die umstrittene Politikerin erstmals zu ihren politischen Zukunftsplänen.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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Sie wolle sich nach Ablauf der Legislaturperiode entweder aus der Politik zurückziehen und als Publizistin und Buchautorin arbeiten, „oder es ergibt sich politisch etwas Neues“. Auf eine mögliche Parteineugründung angesprochen, sagte Wagenknecht lediglich: „Darüber wird an vielen Stellen diskutiert.“ Es sei nach ihrer Beobachtung ein Problem, dass sich viele Menschen im heutigen Parteienspektrum von niemandem mehr wirklich vertreten fühlten.

Seit 2009 im Bundestag

Wagenknecht sitzt für die Linkspartei seit 2009 im Bundestag und war einige Jahre Co-Fraktionsvorsitzende. 2021 war sie Spitzenkandidatin der Linken in Nordrhein-Westfalen und erhielt über die Landesliste erneut ein Abgeordnetenmandat. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine gründete sie 2018 die überparteiliche Initiative „Aufstehen“, aus der sie sich ein Jahr später mangels Resonanz zurückzog.

Zuletzt war Wagenknecht innerhalb und außerhalb der Linkspartei teilweise heftig für das mit der Publizistin Alice Schwarzer verfasste „Manifest für Frieden“ kritisiert worden. In der mittlerweile von rund 700.000 Menschen unterzeichneten Petition wird Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine „die Eskalation der Waffenlieferungen zu stoppen“ und sich für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen einzusetzen.

Parteiführung „erbärmlich“

Die von Wagenknecht mitinitiierte Kundgebung „Aufstand für den Frieden“ am vergangenen Samstag in Berlin hatte in der Linkspartei für Streit gesorgt. Die Parteispitze kritisierte den Aufruf, weil sie darin eine ausreichende Distanzierung zu Russland sowie eine Abgrenzung gegen rechte Kräfte vermisste.

Wagenknecht nannte es im RHEINPFALZ-Gespräch „erbärmlich“, dass sich die Parteiführung als „Stichwortgeber der Diffamierungskampagne“ betätigt habe. Viele Demonstranten seien Mitglieder der Linken gewesen, der überwiegende Teil sei aus der Mitte der Gesellschaft gekommen. „Wenn Rechtsextreme vorgehabt haben sollten, diese Kundgebung zu kapern, sind sie krachend gescheitert“, sagte die Linken-Politikerin, die am 23. Mai in Kaiserslautern im Kulturzentrum Kammgarn öffentlich auftreten will.

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