Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Verpflichtende Gedenkstätten-Besuche: Prien hat recht!

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU).
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU).

Der Besuch von KZ-Gedenkstätten sollte auf allen Lehrplänen stehen, fordert die Bundesbildungsministerin. Der Vorschlag ist richtig – gerade jetzt.

Es gibt zwei wichtige Sätze, die der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer regelmäßig wiederholte, wenn er vor deutschen Jugendlichen stand. „Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah“, sagte Mannheimer. „Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat nun gefordert, dass der Besuch von KZ-Gedenkstätten verpflichtend auf den Lehrplänen deutscher Schulen stehen sollte. Prien, die selbst jüdische Vorfahren hat, die in Konzentrationslagern ermordet wurden, weist zurecht darauf hin, dass ein solcher Besuch natürlich gut in den Unterricht eingebettet sein muss. Es ist entscheidend, die Erfahrung gut vor- und nachzubereiten.

Das ist in diesen Tagen besonders wichtig, weil die deutsche Erinnerungskultur vor etlichen Herausforderungen steht. Der Rechtsruck – auch und gerade unter Jugendlichen – gehört dazu, ebenso der Antisemitismus, der durch den Nahostkonflikt verstärkt um sich greift. Auch in der Einwanderungsgesellschaft muss Erinnerungskultur gelebt werden. Wer heute in einer deutschen Klasse sitzt, hat oft Vorfahren, die den Nationalsozialismus nie erlebt haben .

Doch diese Entwicklung ändert nichts an der Verantwortung, die schon Mannheimer beschrieben hat. Sie betrifft jeden, der hier aufwächst und lebt – heute und künftig. Das zu vermitteln, ist auch Aufgabe der Schule.

x