Politik USA tragen Nein zu Protektionismus mit

„Gemeinsamer Handel bewahrt vor Nationalismus und sichert den Frieden“: Julia Klöckner in Buenos Aires.
»Gemeinsamer Handel bewahrt vor Nationalismus und sichert den Frieden«: Julia Klöckner in Buenos Aires.

«Buenos Aires.» Die Landwirtschaftsminister der G-20-Staaten haben sich bei ihrem Treffen in Argentinien gegen Protektionismus und für mehr Klimaschutz im Agrarsektor ausgesprochen. In ihrer Abschlusserklärung hoben die Minister aus den 20 großen Industrie- und Schwellenländern die Bedeutung eines „transparenten, offenen und regelbasierten multilateralen Handelssystems“ hervor. Die Erklärung sei „einmütig“ gefasst worden, sagte der gastgebende argentinische Ressortchef Miguel Etchevehere am Samstag (Ortszeit). Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprach von einem „großen Durchbruch“. In ihrer Erklärung äußerten die Minister ihre Sorge vor zunehmenden protektionistischen Tendenzen. Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln müsse der offene Austausch von Agrargütern fortgesetzt werden, forderten sie. Dies sei auch ein Beitrag zur „Ausmerzung von Hunger und Armut“. Die Erklärung wurde auch von US-Agrarminister Sonny Perdue mitgetragen. Die Regierung in Washington hat auf Grundlage der „America First“-Politik von Präsident Donald Trump in den vergangenen Monaten durch die Verhängung von Strafzöllen einen internationalen Handelskonflikt angezettelt, der auch vor dem Agrarsektor nicht Halt machte. Trump hatte Anfang Juni beim Gipfel der G-7-Staaten die Abschlusserklärung zunächst mitgetragen. Auch in ihr ging es um ein Bekenntnis zum regelbasierten multilateralen Welthandelssystem. Im Nachhinein entzog Trump aber per Twitter-Kurzbotschaft seine Zustimmung zu dem Papier. Am vorigen Mittwoch jedoch einigte sich der US-Präsident mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker auf neue Handelsgespräche und einen vorläufigen Verzicht auf neue Strafzölle. Ministerin Klöckner erklärte: „Gemeinsamer Handel bewahrt vor Nationalismus und sichert den Frieden.“ Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU hob besonders das Bekenntnis der G-20-Agrarminister zum Klimaschutz hervor: „Es ist gut, dass wir alle den Klimawandel akzeptieren und die positive Rolle der Landwirtschaft beim Kampf gegen den Klimawandel stärken.“ Klöckner betonte, dass sich die G-20-Minister für eine deutliche Beschränkung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung ausgesprochen haben. Die Länder der G-20-Gruppe verfügen über gut 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen auf der Erde. Sie stehen zudem für 80 Prozent des weltweiten Handels mit Agrarprodukten.

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