Politik USA: Schicksalsdatum für die Demokraten
War ihr Sensationssieg bei der Senatsnachwahl in der Republikanerhochburg Alabama Vorbote eines Comebacks der US-Demokraten? 2018 kommt der Tag der Wahrheit für die Partei, die den Schock über die verlorene Präsidentschaftswahl 2016 noch immer nicht verkraftet hat. Am 6. November werden das komplette Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Ferner geht es um 36 der 50 Gouverneursposten in den US-Bundesstaaten. Die Republikaner, die vom Populisten Donald Trump gekaperte konservative Partei, können eigentlich nur verlieren. Traditionell geht die Kongresswahl nach einer Präsidentenneuwahl für die Partei des US-Staatschefs in die Hose. Aktuell haben die Republikaner die Kontrolle über beide Kammern im Kongress; sie stellen 34 der 50 Gouverneure. Sie haben also mehr zu verlieren. Zudem sind sie zerrissen. Trumps erstes Amtsjahr hat gezeigt, dass sein Rechtspopulismus große Teile der eigenen Partei nach wie vor zutiefst verstört. Der 6. November wird weisen, ob die Republikaner noch die Grand Old Party sind oder der Trump-Wahlverein. Die Demokraten dürfen erhoffen, zumindest den Senat zurückzuerobern. Um ihren Traum zu verwirklichen, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einzuleiten, brauchen sie aber das Repräsentantenhaus. Da sieht es nicht wirklich gut aus. Die Republikaner haben in den von ihnen regierten Bundesstaaten viele Wahlkreise zu ihren Gunsten neu gezogen. Nur wenige Mandate werden wirklich umkämpft sein. Es sei denn, der Oberste Gerichtshof greift ein. Ein historisches Urteil der Verfassungsrichter dazu wird im Juni erwartet.