Politik USA: Katar-Embargo lockern

«Washington.» US-Außenminister Rex Tillerson hat eine Lockerung des Embargos gegen den Golfstaat Katar gefordert. Er begründete dies gestern unter anderem mit dem Kampf gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS).
Die von mehreren Staaten des Nahen Ostens gegen Katar verhängte Blockade „behindert die US-Militäraktionen in der Region und die Offensive gegen den IS“, sagte er. Die USA haben in Katar ihre größte Militärbasis in der Region. Rund 10.000 Soldaten sind dort stationiert. Tillerson vertrat damit eine gegensätzliche Position zu der des Pentagon. Dort hatte ein Sprecher unmittelbar zuvor gesagt, die Katar-Blockade habe bislang „überhaupt keine Auswirkungen“ auf die US-Operationen. Der US-Außenamtschef forderte zugleich, dass Katar seine Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus verstärken müsse, auch wenn das Emirat in dieser Hinsicht bereits Fortschritte gemacht habe. US-Präsident Donald Trump geißelte dagegen das Land mit scharfen Worten: „Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau.“ Damit müsse Schluss sein, forderte er. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten die Blockade zu Wochenbeginn überraschend verhängt. Die diplomatischen Beziehung wurde abgebrochen, der Flugverkehr eingestellt und Katars einzige Landgrenze von Saudi-Arabien geschlossen. Gestern wurde eine Sanktionsliste veröffentlicht. Katars Regierung kritisierte, die Liste enthalte „erneut unbegründete Anschuldigungen“. Die katarische Haltung zum Terrorismus sei „stärker als jene vieler Unterzeichner der Erklärung“. US-Präsident Trump hatte die Blockade in einer ersten Reaktion als positives Ergebnis seines Besuchs in Saudi-Arabien bezeichnet und von einem möglichen „Anfang vom Ende des Horrors des Terrorismus“ gesprochen. Wenig später schaltete er sich laut Weißem Haus aber als Vermittler ein. Seite 3