Politik USA drohen Nordkorea mit „Vernichtung“
«Washington/Seoul.»Wenn Nordkorea sein unverantwortliches Verhalten fortsetze, „wenn die USA sich oder ihre Verbündeten in irgendeiner Weise verteidigen müssen, wird Nordkorea zerstört“, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, gestern dem Sender CNN. Wenn die diplomatischen Optionen ausgeschöpft seien, würde sich das US-Militär „der Sache annehmen“. Zugleich bekräftigte Außenminister Rex Tillerson in einem CBS-Interview, dass den USA keinesfalls an einem Krieg gelegen sei: „Lasst es uns klarmachen: Wir wollen eine friedliche Lösung.“ Präsident Donald Trump twitterte gestern nach einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In: „Ich habe gestern Abend mit Präsident Moon aus Südkorea gesprochen. Habe ihn gefragt, wie es dem Raketen-Mann geht. Lange Tank-Schlangen bilden sich in Nordkorea. Schade!“ Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un zeigte sich davon unbeeindruckt: Er will trotz härterer UN-Sanktionen das Atomwaffenprogramm seines Landes vorantreiben und ein militärisches Gleichgewicht mit der Supermacht USA erreichen. Dazu müsse Nordkoreas Atomstreitmacht vervollständigt werden, zitierten gestern die Staatsmedien Kim Jong Un. Bei seinem Besuch in Peking rief der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) die drei großen Mächte in der Region dazu auf, in der Korea-Krise stärker zusammenzuarbeiten. „Ohne die Kooperation der drei werden wir die Probleme nicht lösen“, sagte Gabriel und plädierte nach einen Treffen mit Chinas Außenstaatsrat Yang Jiechi für „einen neuen Anlauf zur Entspannungspolitik“. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte zwar am Freitag den jüngsten Test einer Mittelstreckenrakete, einigte sich aber vorerst auf keine weiteren Schritte. Erst am vergangenen Montag hatte das wichtigste UN-Gremium die Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atomtests am 3. September erweitert. Haley sagte dazu, dass die UN damit praktisch ihre Mittel erschöpft hätten. „An diesem Punkt kann der Sicherheitsrat nicht mehr viel tun, wenn man schon 90 Prozent des Handels und 30 Prozent des Öls (Importe) gekürzt hat.“ Nach dem neuen Sanktionsbeschluss hatte Nordkorea am Freitag erneut eine Rakete vom Typ Hwasong-12 über den Norden Japans hinweg in den Pazifik geschossen. Sie flog nach südkoreanischen Angaben 3700 Kilometer weit – so weit wie bei keinem früheren Test einer militärischen Rakete durch Nordkorea. Seite 3