Pflegeheim
Ungeimpfte Pflegekräfte: 15 Tote nach Corona-Ausbruch
55 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, 15 sind in Zusammenhang mit Covid19 gestorben. Keiner der Verstorbenen war geboostert. Diese Nachricht aus einem Pflegeheim in Rastatt sorgte für Schlagzeilen und Entsetzen. Denn die alten und gefährdeten Menschen waren zwischen Dezember und Januar erkrankt und gestorben – zu einer Zeit, als es längst ein Überangebot an Impfstoff gab.
Was bisher nicht bekannt war: 20 Prozent des Personals in diesem Pflegeheim war entweder gar nicht oder nur einmal geimpft. Diese Zahl teilte das zuständige Landratsamt der RHEINPFALZ auf Nachfrage mit. Nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministers Manne Lucha (Grüne) ist nicht feststellbar, wie die Infektionskette in dem Rastatter Pflegeheim verlief, ob von Besuchern zu Insassen oder möglicherweise von Pflegekräften mit unerkannten Infektionen zu Heimbewohnern oder umgekehrt.
Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung
Bekannt ist aber, dass nach Bekanntwerden des Infektionsausbruchs ein Mobiles Impfteam in die Einrichtung ging und 18 Personen impfte, darunter zehn Beschäftigte. Wieso kam das Impfteam so spät? Weil vorher das Heim trotz Anfrage keinen Bedarf angemeldet hatte. So wurde es dem Sozialausschuss des Stuttgarter Landtags mitgeteilt. Die Corona-Testungen wurden unter der Regie der Leitung durchgeführt. Ab Januar schickte das Gesundheitsamt dann Externe zum Testen in das Pflegeheim.
Das Landratsamt Rastatt hat inzwischen aufgrund von Hygienemängeln Strafanzeige gegen die Betreiber gestellt – wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung.