Meinung
Ukraine-Krise: Warum Sanktionen so kompliziert sind
Seit Wochen bauen die USA und ihre Alliierten, inklusive Deutschland, wegen der Ukraine-Krise an einer Drohkulisse: Man sei bereit zu tun, was nicht einmal 2014 geschah, als Russland die Krim annektierte. Sogar vom Zahlungssystem Swift würde man Moskau ausschließen! Sanktionsexperten in Washington und Brüssel basteln zudem an Maßnahmen, die russische Firmen vom Erwerb kritischer Bauteile wie Computerchips abschneiden sollen.
In punkto Swift hat man inzwischen genauer nachgedacht. Es drohen schließlich Turbulenzen an den Finanzmärkten, die uns alle träfen. Ganz abgesehen davon, dass europäische Unternehmen ihre Exporte nach Russland bezahlt bekommen möchten. Zwar haben die deutsch-russischen Handelsbeziehungen nicht mehr das Niveau der Jahre vor der Krim-Annexion. Aber sie lagen trotzdem stets deutlich über 20 Milliarden Euro.
Putin baut vor
Will heißen: Was Putin schadet, schadet auch deutschen Arbeitsplätzen. Das weiß der Kreml und setzt noch eins drauf: Mit dem neuen Gasdeal mit China winken Ersatzerlöse, sollte es ernst werden mit den Europäern. Das Signal ist klar: Putin lassen die angedrohten Wirtschaftsstrafen relativ kalt. Die Wahrheit ist: Sie klingen einfach, sind es aber nicht. Das Beispiel Iran lässt grüßen. Auch US-Präsident Joe Biden weiß das und hat sich deshalb zuletzt für mehr militärischen Druck entschieden. Es bleibt ein heikles Ringen in der Ukraine-Krise.