Ukraine Tschernobyl: Stromversorgung der Atomruine funktioniert nicht

Die Abdeckung des beschädigten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl.
Die Abdeckung des beschädigten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl.

Ein Stromausfall rückt den verbliebenen Atommüll im Katastrophen-Kraftwerk Tschernobyl in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Die Internationale Atomenergiebehörde gibt zwar vorerst Entwarnung, doch die Probleme in ukrainischen Atomanlagen häufen sich seit Kriegsbeginn.

Das von russischen Einheiten besetzte ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist von der Stromversorgung abgeschnitten. Stromleitungen seien durch Beschuss beschädigt worden, teilte der ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho am Mittwoch mit. Kampfhandlungen nördlich von Kiew verhinderten aktuell jegliche Reparaturarbeiten.

Doch während der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba vor einem möglichen Atomunfall warnte, bahnt sich aus Sicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien kein akut kritischer Zustand an. Dennoch reiht sich der Stromausfall ein in eine Liste von fast täglichen Zwischenfällen in ukrainischen Atomanlagen – hervorgerufen durch den Einmarsch russischer Truppen.

Seit längerer Zeit außer Dienst

In Tschernobyl war es 1986 zu einem verheerenden Atomunfall mit der Freisetzung von großen Mengen radioaktiver Substanzen gekommen. Noch heute werden auf dem Gelände der ehemaligen Stromfabrik radioaktive Abfälle gelagert. Die abgebrannten Brennelemente seien jedoch in ausreichend großen Kühlbecken, die auch ohne Elektrizität genug Wärme ableiteten, erklärte die IAEA via Twitter. Andere Experten hatten bereits früher darauf hingewiesen, dass diese Brennelemente bereits längere Zeit außer Dienst seien und deshalb nicht mehr so viel Hitze entwickelten.

Die gekappte Stromleitung ist aber nur eines von vielen Problemen im abgeschotteten AKW Tschernobyl. Der IAEA zufolge sind 210 ukrainische Techniker und lokale Sicherheitsmitarbeiter dort seit fast zwei Wochen ununterbrochen im Dienst, weil es keinen Schichtwechsel mehr gegeben habe. Die Mitarbeiter, für die es offenbar nicht genügend Betten gibt, hätten zwar Wasser und Nahrung, aber ihre Lage verschlechtere sich.

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