USA Trump stoppt Kurse gegen Rassismus
Die Kurse kämen „un-amerikanischer Propaganda“ gleich, erklärte das Weiße Haus. Die Bundesbehörden seien angewiesen worden, das Geld der Steuerzahler nicht mehr für „spaltende, un-amerikanische Propaganda-Trainingseinheiten“ auszugeben. Teilnehmern solcher Kurse sei erklärt worden, dass „praktisch alle Weißen zu Rassismus beitragen“, behauptete das Weiße Haus.
Seit dem tragischen Tod des Afroamerikaners George Floyd im Mai infolge einer brutalen Festnahme haben Aktivisten Millionen von Menschen mobilisiert, um gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA zu protestieren. Dabei ist es wiederholt zu Ausschreitungen gekommen, vor allem in der Stadt Portland. Zuletzt sorgte der Fall Jacob Blake für Aufsehen: Dem Afroamerikaner schoss ein Polizist am 23. August in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin sieben Mal in den Rücken.
Jacob Blake: Lasst uns zusammenhalten
Blake wandte sich am Wochenende erstmals persönlich vom Krankenbett aus an die Öffentlichkeit: „Es tut weh zu atmen, es tut weh zu schlafen, es tut weh, sich von einer Seite auf die andere zu drehen, es tut weh zu essen“, sagte er in einer Videobotschaft.
Der 29-Jährige ist derzeit von der Hüfte abwärts gelähmt. Es ist unklar, ob er jemals wieder wird laufen können. Er habe Klammern in Bauch und Rücken, sagte Blake in dem Video, das hunderttausende Menschen im Onlinedienst Twitter sahen. „24 Stunden lang Schmerz, nichts als Schmerz“, fügte er hinzu. Dennoch zeigte der Afroamerikaner sich auch optimistisch: „Es bleibt noch viel Leben zu leben.“ Er rief die Menschen dazu auf, ihr Leben zu ändern. „Wir können zusammenhalten.“
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kritisierte US-Präsident Trump. Die US-Bürger erwarteten „zu Recht von ihrem Präsidenten, dass er kein Öl ins Feuer gießt“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“.