Politik Syrien: Spuren von Giftgasangriff beseitigt?

«Damaskus.» Zehn Tage nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma ist dort nach Angaben syrischer Staatsmedien ein internationales Expertenteam eingetroffen. Es wuchs aber die Sorge, dass bereits Spuren beseitigt sind.
Die Inspekteure der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) erreichten gestern die einstige Rebellenbastion in Ost-Ghouta, wie die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Eigentlich war der Besuch erst für heute angekündigt. Die neun Spezialisten waren am Samstag in Damaskus eingetroffen, bekamen aber zunächst keinen Zutritt zu Duma. Die französische Regierung äußerte gestern die Befürchtung, „dass Beweise und wesentliche Elemente verschwinden werden“. Schon am Montag hatte der US-Vertreter bei der OPCW Russland vorgeworfen, in Duma Beweise zu manipulieren, was Moskau zurückwies. Russland bestreitet überhaupt den Vorwurf des Westens, dass die syrische Führung Chemiewaffen eingesetzt habe. In der Nacht zum Samstag bombardierten die USA, Frankreich und Großbritannien Standorte des syrischen Chemiewaffenprogramms. Die SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Nahles, regte die Vernichtung etwaiger syrischer Chemiewaffen in der Bundesrepublik an. Deutschland habe dies bereits in der Vergangenheit getan, sagte sie . Bundeskanzlerin Merkel (CDU) kündigte ein baldiges Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin an. Merkel verwies auf die zahlreichen „Konflikte“ im Verhältnis zu Russland. Solche Streitfragen „erfordern auch, dass man sich in absehbarer Zeit direkt austauscht“.