Ukraine
Selenskyj verspricht Ukrainern den Sieg
Selenskyj habe zusammen mit Militärvertretern an einer Zeremonie zum Hissen der ukrainischen Flagge in der Stadt teilgenommen, teilte das ukrainische Militär mit. Isjum ist eine der größten Städte, aus denen russische Truppen vertrieben wurden. „Wir bewegen uns nur in eine Richtung – nach vorne und in Richtung Sieg“, schrieb Selenskyj während des Besuchs auf Telegram.
Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge bei ihrer Gegenoffensive große Erfolge in der nordöstlichen Region Charkiw sowie an der südlichen Front nahe Cherson am Schwarzen Meer erzielt. Seit Anfang September seien Hunderte Dörfer und Städte zurückerobert worden. Aus Moskau hieß es, die russischen Truppen hätten mit „massiven Angriffen“ reagiert und dem ukrainischen Militär Verluste zugefügt.
Höchster Bundeswehrsoldat hat Zweifel
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hat sich derweil vorsichtig zu den Erfolgsaussichten des ukrainischen Gegenangriffs geäußert. Er sehe allenfalls „Gegenstöße, mit denen man Orte oder einzelne Frontabschnitte zurückgewinnen, aber nicht Russland auf breiter Front zurückdrängen kann“, sagte Zorn gegenüber „Focus“. Noch vor zwei Wochen hätte er gesagt, dass der gesamte Donbass in sechs Monaten in russischer Hand sein werde. „Heute sage ich: Das werden sie nicht schaffen.“ Aber ob die Ukrainer wirklich die Kraft für eine Gegenoffensive hätten, bezweifelt Zorn, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr. Dafür fehle es an Soldaten.
Den im Februar begonnenen Angriffskrieg hat Russland unter anderem mit Sicherheitsbedenken begründet. Teilweise war von einem „Präventivschlag“ die Rede, der einem ukrainischen Angriff zuvorgekommen sei. Grundsätzlich sieht Moskau vor allem den potenziellen Beitritt der Ukraine zur Nato als Gefährdung an. Am Mittwoch bezeichnete der Kreml in diesem Sinne ein kürzlich von der Ukraine vorgelegtes Konzept für Sicherheitsgarantien nach dem Ende des Krieges als neue Gefahr. Kiew zufolge soll eine Gruppe von Ländern, darunter die USA, künftig politisch und rechtlich die Sicherheit der Ukraine garantieren. Das zeige, dass die Ukraine weiter eine Nato-Mitgliedschaft anstrebe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow dazu.