Meinung
Schlagabtausch mit Russlands Ex-Präsidenten: Trumps Atom-Show
Was als pubertärer Schlagabtausch in den sozialen Medien begann, endete als nukleares Muskelspiel: Nach einer Reihe herabwürdigender Posts des russischen Ex-Präsidenten Dmitrij Medwedew kündigt Donald Trump die Verlegung zweier Atom-U-Boote an. Es klingt wie ein Scherz – und ist doch ungemein gefährlich.
Doch die internationale Öffentlichkeit reagierte kaum auf Trumps neuerliche Eskapade. Kein Aufschrei, nicht einmal ernstzunehmende Empörung. Trump provoziert so häufig und so berechenbar, dass sich die Welt längst an seinen Krawall gewöhnt und verlernt hat, angemessen darauf zu reagieren. Selbst nukleare Anspielungen wirken inzwischen wie Requisiten einer schlecht inszenierten Realityshow, in der der Protagonist sich mit Vorliebe selbst ins Zentrum rückt.
Es ist das gewohnte Muster: maximaler Lärm bei minimaler Substanz. Noch dazu ist unklar, was der US-Präsident mit seiner Drohung überhaupt meint: nuklear betriebene oder atomar bewaffnete U-Boote? Vermutlich weiß er es selbst nicht.
Das ist Außenpolitik als Selbstinszenierung, Diplomatie als Pokerspiel: unberechenbar, laut und selten zielführend. Dass Trump ausgerechnet Medwedew als Gegner wählt – einen weitgehend entmachteten Social-Media-Rüpel –, sagt viel über die Substanz dieser Eskalation. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Der atomare Knopf gehört in ruhige Hände, nicht in die eines Mannes, der sich selbst für den Größten hält.
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