Meinung
Sachsen-Anhalt: Nach der Wahl hat Haseloff freie Hand
Kaum auszudenken, was es für ein politisches Beben gegeben hätte, wenn die rechtspopulistische AfD die Nase vorn gehabt hätte. Um dies zu verhindern dürften nicht wenige Bürger der Union am Sonntag ihre Stimme geliehen haben – zu Lasten der kleineren Parteien.
Niemand sollte sich täuschen lassen: die AfD konnte ihren Stimmenanteil nahezu halten. Dabei tritt diese Partei in Sachsen-Anhalt so völkisch auf wie sonst nur in Thüringen. Das ist das Beunruhigende an diesem Ergebnis: Der demokratischen Konkurrenz ist es in den vergangenen fünf Jahren kaum gelungen, Wähler der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei zurückzugewinnen.
Immerhin kann die Landes-CDU aufatmen: Eine Zerreißprobe zwischen denen, die sich die AfD als Tolerierungspartner vorstellen können und jenen, die die Brandmauer gegen rechts lieber aufstocken möchten, dürfte der Partei erspart bleiben. Auf Haseloff kommt jetzt eine komplizierte Koalitionsbildung zu. Dabei ist die Bilanz von Kenia gar nicht schlecht. Doch etliche Bürger sehen die Erfolge nicht. Es gibt bei ihnen eine Unzufriedenheit, die zur Grundhaltung geworden ist.