Kommentar
Rheinland-Pfalz verordnet Maskenpflicht auf politischen Druck
Nun also doch: Auch Rheinland-Pfalz führt die Maskenpflicht ein. Ab Montag ist ein einfacher Schutz vor Mund und Nase beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Die Landesregierung macht diesen Schritt nicht aus innerer Überzeugung, sondern reagiert auf politischen Druck. Dieser kommt von der Opposition, er kommt von den Kommunen. Und auch aus den Reihen der Regierungskoalition gab es die klare Forderung nach der Maskenpflicht.
Vor allem jedoch ist der Druck durch das Handeln der anderen Bundesländer entstanden, die vorgeprescht waren. Sie hatten die „dringende Empfehlung“, welche Bund und Länder erst vergangene Woche formulierten, ohne Absprache zur Pflicht gemacht. Wie sollen die Bürger das verstehen: derart gravierende Unterschiede bei den Vorschriften, ohne das sie plausibel begründet wären.
Die Einfach-Masken sind auch unter Experten aus gutem Grund umstritten. Fest steht: Sie vermindern das Risiko, dass infizierte Personen andere anstecken, dienen also vor allem dem Schutz der Mitmenschen. Sie ersetzen jedoch nicht die strengen Abstandsregeln und die Hygienevorschriften. Sie dürfen also nicht dazu führen, dass sich irgendjemand in falscher Sicherheit wiegt. Und schon gar nicht können sie als alleinige Begründung für weitere Lockerungen herhalten.
Mehr noch: Die Masken müssen sauber gehalten und gewechselt werden. Sonst können sie selbst zur gefährlichen Infektionsquelle werden. Die einfachen Schutzmasken sind eine ergänzende Möglichkeit, das Virus zu bremsen – nicht weniger, aber auch nicht mehr.