DKV-Report RHEINPFALZ Plus Artikel Rheinland-Pfälzer leben am gesündesten

Vom Schreibtisch auf die Couch zum Fernsehen: Alltag in Deutschland.
Vom Schreibtisch auf die Couch zum Fernsehen: Alltag in Deutschland.

Nicht einmal jeder fünfte Deutsche erfüllt die Kriterien eines gesunden Lebensstils. Immerhin: In Rheinland-Pfalz leben die Menschen bundesweit am gesündesten.

So manche Belastung durch die Corona-Pandemie scheint nachzulassen, aber von einer gesund lebenden Republik ist Deutschland noch weit entfernt. Das zeigen Ergebnisse eines Reports der Deutschen Sporthochschule Köln und der Deutschen Krankenversicherung (DKV), der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Darin werden bei den Bundesbürgern unter anderem ein Trend zum immer längeren Sitzen und ein teils geringes psychisches Wohlbefinden festgestellt.

Nur 17 Prozent der Befragten erreichen nach den Kriterien des Reports Werte, die einem rundum gesunden Leben in sämtlichen abgefragten Bereichen gleichkommen. Diese Bereiche sind körperliche Aktivität, Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sowie das jeweilige Stressempfinden. Immerhin: Am gesündesten leben demnach die Einwohner in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Baden-Württemberg.

Spitzenreiter bei den Nichtrauchern

Von den Rheinland-Pfälzern, den Saarländern sowie den Baden-Württembergern gelingt es laut der Studie gut jedem Fünften, sich ausreichend zu bewegen, sich gesund zu ernähren, auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten und mit Stress gut umzugehen. Dagegen schafft es in Nordrhein-Westfalen nur jeder Achte, ein gesundes Leben zu führen.

Spitzenreiter sind Rheinland-Pfalz und das Saarland auch, wenn man die Nichtraucherquote allein betrachtet: Nicht einmal jeder Zehnte (92 Prozent) greift hier noch zur Zigarette. Außerdem gehen Rheinland-Pfälzer und Saarländer vergleichsweise entspannt mit Stress um: 57 Prozent der Befragten in den beiden Bundesländern gaben an, dass ihnen ein gesunder Umgang mit Stress gelingt – auch das ist ein bundesweiter Spitzenwert.

Deutsche sitzen immer länger

Eher ungesund leben laut dem Report bundesweit die 30- bis 45-Jährigen, die oft Beruf, Kinderbetreuung und Pflege Angehöriger unter einen Hut bekommen müssen. Nur jeder Zehnte in diesem Alter erreicht Werte eines rundum gesunden Lebens.

Als besorgniserregend stufen die Autoren die immer längeren Zeiten pro Tag ein, die die Bundesbürger im Sitzen verbringen: An Werktagen seien es nun 9,2 Stunden durchschnittlich (Rheinland-Pfalz: 8,6 Stunden), noch einmal eine halbe Stunde mehr als im Corona-Jahr 2021. 2015 hatten die Menschen laut Datenlage noch 7,5 Stunden pro Tag gesessen. Am längsten sitzen laut der aktuellen Befragung die 18- bis 29-Jährigen – über 10 Stunden täglich. Langes Sitzen könne das Risiko für das Entstehen von Herzerkrankungen, Krebs und Typ-2-Diabetes erhöhen, warnt unter anderem die WHO.

Studienleiter unterstreichen Prävention

Das Autorenteam der deutschen Studie betont zudem die Bedeutung von regelmäßigem Muskeltraining. Dieses sei ein wichtiger Schutzfaktor gegen Pflegebedürftigkeit im Alter. Bislang betreibe aber knapp die Hälfte der Bundesbürger kein solches Training.

Ohne umfassende Präventionsangebote steuere die Gesellschaft „mit Beginn der nächsten Jahrzehnte geradewegs auf eine gesundheits- und sozialökonomische Krise zu“, warnt der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse. Birgit Sperlich von der Universität Würzburg, die die Untersuchung zusammen mit Froböse leitete, berief sich auf eine Studie, derzufolge Menschen, die mehr als acht Stunden am Tag sitzen, ihr gesundheitliches Risiko durch 60 bis 75 Minuten mindestens moderat-intensive Bewegung pro Tag ausgleichen könnten.

x