Politik Rebellen verlassen Damaskus

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Damaskus. Erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor sechs Jahren ist ein Rebellenviertel in Damaskus einvernehmlich evakuiert worden. Die ersten Kämpfer hätten mit ihren Angehörigen in 40 Bussen den nordöstlichen Stadtteil Barseh verlassen, meldete gestern das syrische Staatsfernsehen.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollten zunächst 1400 bis 1500 Rebellenkämpfer und ihre Familien aus Barseh in die nordwestliche Provinz Idlib gebracht werden. Die Vereinbarung zur Evakuierung von Barseh war am Sonntagabend geschlossen worden. Der Großteil der Hauptstadt steht unter Kontrolle der Regierungstruppen, lediglich sechs Viertel am Stadtrand sind noch in Rebellenhand: Barseh, Kabun, Dschobar, Tadamun, Teschrin und Jarmuk. Auch mit den Rebellen im nordöstlichen Viertel Kabun laufen derzeit Verhandlungen über eine Evakuierung. Seit 2014 hat die syrische Regierung dank der Unterstützung Irans und Russlands die Rebellen zwingen können, immer mehr Orte zu räumen. So wurde im Mai 2014 die Altstadt der einstigen Rebellenhochburg Homs evakuiert. Ende Dezember 2016 mussten die Rebellen auch die letzten Viertel im Ostteil von Aleppo aufgeben. Russland bestätigte gestern, dass es einen Resolutionsentwurf zu den geplanten Deeskalationszonen in den UN-Sicherheitsrat einbringe. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, die US-Regierung werde den Vorschlag für die Einrichtung der Gebiete, die auch als Schutzzonen bezeichnet werden, genau prüfen. Washington hatte zuvor die Beteiligung Irans an der Vereinbarung kritisiert. Russland, Iran und die Türkei hatten sich vergangenen Donnerstag im kasachischen Astana geeinigt, vier von Rebellen gehaltene Zonen nicht mehr anzugreifen. Unklar ist noch, wie dies überprüft und durchgesetzt werden soll. Alle drei Garantiemächte sind mit eigenem Militär am Syrienkrieg beteiligt. Moskau und Teheran stehen dabei aufseiten des Assad-Regimes, Ankara dagegen ist Schutzmacht sunnitischer Rebellengruppen und versucht den Einfluss kurdischer Milizen im Norden Syriens zurückzudrängen. US-Außenminister Rex Tillerson und sein russischer Kollege Sergej Lawrow treffen sich bereits morgen in Washington. Ursprünglich war die Begegnung erst für Donnerstag am Rande des Arktischen Rates in Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska vorgesehen, wohin Lawrow weiterreisen wird. Die beiden Chef-Diplomaten wollten über die Lage in Syrien und in der Ukraine beraten, hieß es gestern aus US-Regierungskreisen. Auch das russische Außenministerium in Moskau bestätigte den morgigen Gesprächstermin. |afp/dpa

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