Katholische Kirche RHEINPFALZ Plus Artikel Rückkehr des Kardinals nach Köln: Nicht mehr willkommen

Hat sich auf Anraten des Papstes eine fünfmonatige Auszeit genommen: Rainer Maria Woelki.
Hat sich auf Anraten des Papstes eine fünfmonatige Auszeit genommen: Rainer Maria Woelki.

In einigen Tagen will der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nach einer fünfmonatigen Auszeit in sein Erzbistum zurückkehren. Unter den Gläubigen gibt es Proteste dagegen.

Die närrischen Tage stehen den Kölner Jecken – wenn auch coronabedingt in abgespeckter Form – noch bevor. Doch am 3. März wird wie jedes Jahr das Lied angestimmt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei…“. Für die Katholiken im Erzbistum Köln hingegen geht am Aschermittwoch, mit dem die österliche Bußzeit beginnt, die Causa Woelki weiter. Kardinal Rainer Maria Woelki will just an diesem Tag nach einer vom Papst veranlassten fünfmonatigen Auszeit eine festliche Messe im Kölner Dom zelebrieren.

Franziskus ordnete die Auszeit des 65-Jährigen an, um für Versöhnung zu sorgen. Doch stattdessen haben sich die Konflikte eher noch verschärft. Immer mehr Gläubige sind gegen einen Rückkehr Woelkis auf den Bischofsstuhl. Denn das Verhältnis zwischen dem Kardinal und den wichtigsten Gremien des Erzbistums gilt als zerrüttet.

Ausgelöst wurde die Vertrauenskrise, als Woelki 2020 ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs nicht veröffentlichte. Er führte rechtliche Gründe an und gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag. Die Entrüstung war groß, so dass der Papst zwei Bevollmächtigte nach Köln schickte, um sich ein Bild zu machen. Auf der Grundlage des vertraulichen Berichts bescheinigte Franziskus Woelki, „große Fehler“ in der Kommunikation gemacht zu haben. Der Kardinal blieb zwar im Amt, sollte sich aber eine Zeit lang zurückziehen.

Während seiner Abwesenheit sorgten Abrechnungen der Woelki-Berater für neuen Unmut. Diese legte der von Rom eingesetzte Bistumsleiter, Weihbischof Rolf Steinhäuser, den Kontrollgremien des Erzbistums vor. Danach wurden 2,8 Millionen Euro für die Aufarbeitung von sexueller Gewalt ausgegeben. Darin sind die Kosten für die zwei juristischen Gutachten enthalten, aber auch rund 800.000 Euro Honorar für Woelkis Krisenberater. Gezahlt aus einem Sondervermögen der Diözese. Im Vergleich: An Betroffene sexuellen Missbrauchs zahlte das Erzbistum seit 2010 dagegen nur etwa um die 1,5 Millionen Euro.

Die Kirchenbasis fordert nun Mitsprache bei der angekündigten Rückkehr des Kardinals. Grundlage dafür ist der Beschluss der Synodalversammlung in Frankfurt, wonach die Gläubigen an der Berufung eines Bischofs beteiligt werden müssen. Mal darf gespannt sein, was Rom dazu sagen wird.

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