Meinung
Pro Impfpflicht: Es geht um Leben
Menschen, die mobil und gesund sind, können sich selbst helfen: Sie können Gaststätten, Kinos oder Veranstaltungsorte meiden, wenn dort die Corona-Hygiene-regeln nicht eingehalten werden. Doch wer als kranker oder pflegebedürftiger Mensch umsorgt wird, hat keine Wahl. Er muss darauf vertrauen, dass die Klinik- und Pflegekräfte ihre Verantwortung kennen. Dass sie Vorsorge getroffen haben, damit das Virus nicht übertragen wird. Leider ist das viel zu häufig nicht der Fall.
Eingriff in die Freiheit
Die nun vorgeschlagene tägliche Testpflicht von Beschäftigten und Besuchern im Pflege- und Gesundheitsbereich ist ein erster, richtiger Schritt. Besser wäre es, für diese Berufsgruppen die Impfpflicht einzuführen. Richtig: Das ist ein Eingriff in die individuelle Freiheit. Aber diese kann nicht so weit gehen, dass Schwächere, die auf Versorgung angewiesen sind, geschädigt werden. So sieht es der Ethikrat. Ähnlich argumentieren die Wissenschaftler der Leopoldina, die Krankenhausgesellschaft und die Caritas.
Wir stehen vor dem zweiten Corona-Winter, und nichts ist besser als vor dem ersten, solange die Unvernunft der Ungeimpften anhält. Die berufsbezogene Impfpflicht ist nötig.