Politik Ostsee-Pipelines: Russland, Ukraine und EU verhandeln

«Berlin.» Die Europäische Union (EU), Russland und die Ukraine haben einen neuen Anlauf zur Lösung des Streits um den Gas-Transit nach Europa genommen. Beim ersten Treffen habe man sich darauf verständigt, dass eine Expertengruppe im September technische Fragen erörtern solle, sagte EU-Energiekommissar Maros Sefcovic gestern in Berlin. Weitere Treffen auf politischer Ebene sollten alle sechs bis acht Wochen stattfinden. Das bisherige Abkommen für den Gas-Transit von Russland durch die Ukraine nach Europa endet 2019. Russland ist grundsätzlich bereit ein Anschlussabkommen zu vereinbaren, die Konditionen sind aber unklar. In der Ukraine wird befürchtet, dass die bisherigen Transitzahlungen Russlands entfallen, wenn das für Ost- und Westeuropa bestimmte Gas künftig allein durch die Ostsee-Pipelines Nord Stream fließen. Diese verbinden Deutschland und Russland direkt. Nord Stream 2 soll 2019 den Betrieb aufnehmen. Zudem könnte Russland der Ukraine so den Gashahn zudrehen, ohne dass dies die Versorgung von EU-Staaten einschränkt.