Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Neues BASF-Gesundheitszentrum: Der Vernunft gehorcht

Galt einst als Wahrzeichen Ludwigshafens: das Engelhorn-Hochhaus der BASF.
Galt einst als Wahrzeichen Ludwigshafens: das Engelhorn-Hochhaus der BASF.

Ein Gesundheitszentrum statt eines repräsentativen Hochhauses: Die BASF übt sich in der Pandemie in neuer Nüchternheit.

Es hätte ein „schönes und repräsentatives“ Bürogebäude werden sollen da, wo einst das denkmalgeschützte, markante Engelhorn-Hochhaus stand: der neue Sitz des Vorstands und von 200 Mitarbeitern. 2012 hatte das die damalige BASF-Arbeitsdirektorin Margret Suckale versprochen, ein Architektenwettbewerb folgte, ein Vorschlag wurde ausgewählt und das Büro beauftragt, ihn weiterzuentwickeln. Dann wurden die Pläne auf Eis gelegt, die allgemeine Enttäuschung war groß.

Erst nach der Ära von Vorstandschef Kurt Bock wurden sie unter dessen Nachfolger Martin Brudermüller aus der Schublade geholt, Ende 2018, lange vor Corona, gab es grünes Licht dafür. Doch zeichnete sich bereits ab, dass das Geschäft schwächelt. Keine guten Zeiten für teure Repräsentationsbauten. Nun, mitten in der Pandemie, gilt das erst recht. Entstehen wird ein Zweckbau für ein Gesundheitszentrum. Auch wenn das aus städteplanerischer Sicht bedauernswert ist: Die Entscheidung ist vernünftig.

Die Zeiten der Rekorde sind für die BASF auf unabsehbare Zeit vorbei

Denn die Zeiten, in denen die BASF von Rekord zu Rekord eilte bei Umsatz und Ertrag, sind wohl auf unabsehbare Zeit vorbei. Allein der Wandel in der Automobilindustrie, der wichtigsten Branche unter den Kunden des Chemieriesen, macht diesem schwer zu schaffen. Und: Arbeitsplätze, die mit der Berentung der Baby-Boomer-Jahrgänge tausendfach frei werden, werden großteils wohl nicht wieder besetzt. Dazu passt kein neuer Glaspalast.

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