Politik Moskau: Am Euphrat endet US-Zone

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Moskau und Washington sind im Syrienkonflikt auf Kollisionskurs. Als „Akt der Aggression“ hat der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow den Abschuss eines syrischen Jets durch die USA bezeichnet. Derweil hat Iran, wie Russland mit dem syrischen Assad-Regime alliiert, erstmals mit Mittelstreckenraketen in die Gefechte in Syrien eingegriffen.

In den vergangenen Wochen hatte das US-Militär im Südosten Syriens mehrmals Milizen angegriffen, die der syrischen Regierung beziehungsweise Iran nahestehen. Das Pentagon begründete das damit, dass diese eine Gefahr für US-Soldaten und verbündete Kämpfer dargestellt hätten. Alle drei Vorfälle ereigneten sich nahe At Tanf, wo rund 150 US-Soldaten oppositionelle Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ausbilden. Moskau legte den Euphrat als Grenze der Einflusszonen fest. Fliege ein Jet oder eine Drohne der USA westlich des Flusses, werde das russische Militär eingreifen, drohte das Moskauer Verteidigungsministerium. Die USA rechtfertigten den Abschuss vom Sonntag, bei dem ein syrischer Jet vom russischen Typ Su-22 abgeschossen wurde, mit der Verteidigung ihrer Alliierten am Boden. Das Flugzeug habe Bomben in der Nähe von Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) abgeworfen, teilte das US-Militär mit. Die SDF werden maßgeblich von den der PKK nahestehenden syrischen Kurdenmilizen YPG angeführt. Sie waren in den vergangenen Tagen erstmals in die Stadt Raqqa vorgedrungen, die als Hochburg der Terrormiliz „Islamischen Staats“ (IS) in Syrien gilt. Die SDF drohte gestern der Regierung in Damaskus. „Wir betonen, dass die andauernden Attacken des Regimes auf unsere Stellungen in der Provinz Al-Raqqa uns zur Vergeltung und zu unserem Recht zur Selbstverteidigung zwingen werden“, sagte Sprecher Talal Silo in einer Stellungnahme. Die Spannungen könnten auch Einfluss auf die für den 10. Juli angesetzten Friedensgespräche im kasachischen Astana haben. An diesen ist auch Iran beteiligt, das am Sonntag mit Mittelstreckenraketen eine Stellung in Syrien attackierte. Die Marschflugkörper seien von Stützpunkten im Westen Irans abgefeuert worden, teilten die Revolutionsgarden mit. Sie hätten militante Gruppen in Ostsyrien angegriffen. Bei dem Schlag sei „eine große Anzahl“ Extremisten ums Leben bekommen und deren Waffen und Ausrüstung seien zerstört worden. Demnach handelte es sich um Vergeltung für die Anschläge auf das iranische Parlament und das Grabmal von Revolutionsführer Khomeini. Zuletzt hatte Teheran im Golfkrieg mit Irak in den 80er Jahren eine Rakete auf Ziele im Ausland abgefeuert. Die Islamische Republik kämpft seit Jahren auf der Seiten des syrischen Regimes.

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