Politik Messerattacken: Viele Fragen offen

«Moskau/Helsinki.» Russische Behörden sehen eine Messerattacke mit sieben Verletzten in der sibirischen Stadt Surgut nicht als Terroranschlag an, obwohl die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Tat für sich reklamiert.
„Ermittler untersuchen alle möglichen Versionen des verübten Verbrechens“, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee gestern in Moskau mit. Am Samstag war ein Mann durch das Zentrum von Surgut 2100 Kilometer östlich von Moskau gelaufen und hatte sieben Menschen mit einem Messer verletzt. Als er sich der Festnahme widersetzte, sei er erschossen worden, teilten die Ermittler mit. Russische Medien verwiesen auf Ähnlichkeiten der Attacke mit dem mutmaßlichen Terroranschlag vom Freitag in Finnland. Dort tappt die Polizei nach dem dem Messerangriff eines Marokkaners in der Stadt Turku bei der Suche nach Motiv und möglichen Hintermännern weiter im Dunkeln. Der Festgenommene verweigere jede Auskunft, erklärte die Polizei. Der 18 Jahre alte Täter habe offenbar gezielt Frauen angegriffen: Die beiden Getöteten und sechs Verletzte seien Frauen. Der finnische Geheimdienst sprach von Parallelen zu „anderen Terrorangriffen radikaler Islamisten in jüngster Zeit in Europa“.