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Martin Luther King: Der Nationalheld, der gehasst wurde
Held der Bürgerrechtsbewegung in Amerika, Friedensnobelpreisträger: Martin Luther King Junior gilt weltweit als politische Lichtgestalt. In den USA gehört er zu den berühmtesten Figuren in der Geschichte des Landes. Sogar ein nationaler Feiertag ist dem schwarzen Pastor alljährlich im Januar gewidmet.
Als er am 4. April 1968 in Memphis auf dem Balkon eines Motels vom Attentäter Earl Ray mit einem Gewehrschuss tödlich getroffen wird, ist Kings Image aber gar nicht so gut. Nur ein Drittel der Amerikaner blickte 1966 bei einer Gallup-Umfrage positiv auf das Wirken des tiefgläubigen Aktivisten, der nur 39 Jahre alt wurde. Schadenfreude und Zufriedenheit war eine verbreitete Reaktion auf seine Ermordung, gerade unter weißen Amerikanern in den Südstaaten. Augenzeugen erinnern sich an Hupkonzerte von Autos in den Straßen.
Straßenschlacht in Chicago
Unter Afroamerikanern waren die Trauer und der Schmerz umso größer. Letzterer entlud sich auch in blutigen Unruhen mit Straßenschlachten in Dutzenden großen Städten der USA, darunter Chicago.
Diese Explosion der Gewalt hatte sich bereits abgezeichnet. Im Vorfeld einer Groß-Demo in Washington, wo King am 8. April die gesamte Stadt lahmlegen wollte, kam es zu Zusammenstößen. Es war das erste Mal in den anderthalb Jahrzehnten seiner Bürgerrechtsproteste, dass so etwas passierte. Seine Maxime der bedingungslosen Gewaltlosigkeit, wie sie Jesus Christus predigte und wie sie Mahatma Gandhi in Südafrika und Indien vorgelebt hatte, stieß an Grenzen.
„Ich habe das Gelobte Land gesehen“
Der Vietnamkrieg, den King ablehnte, polarisierte; aber auch der Zorn über soziale und wirtschaftliche Ungleichheit nahm in den USA immer mehr zu. King lebte mit Morddrohungen, und seine letzte große Rede am Vorabend seiner Ermordung ging darauf geradezu prophetisch ein: „Wie jeder würde ich gern lange leben. Aber ich will nur Gottes Willen erfüllen. Und Er hat mir erlaubt, den Berg zu erklimmen. (...) Und ich habe das Gelobte Land gesehen. Ich werde dort vielleicht nicht mit euch hingehen. Aber ich verspreche euch heute Abend, dass wir, als ein Volk, das Gelobte Land erreichen werden.“
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