Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Lob für die „Leuchttürme“ in Rheinland-Pfalz

Mit Abstand und Maske: Auch in der Corona-Krise hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer Journalisten aus ganz Deutschland nach Rhein
Mit Abstand und Maske: Auch in der Corona-Krise hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer Journalisten aus ganz Deutschland nach Rheinland-Pfalz eingeladen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer ermuntert kleine Unternehmen, die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen. Wenige Monate vor der Landtagswahl gibt sich die Spitzenfrau der SPD gelassen.

Sie wolle Leuchttürme zeigen, verspricht Malu Dreyer (SPD). Die Ministerpräsidentin hat knapp zwei Dutzend Journalisten im Tross. Ihre Botschaft lautet: Rheinland-Pfalz habe zahlreiche mittelständische Unternehmen. Das mache das Land robust gegen die Gefahren der Corona-Krise. Kleine Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung und des Klimawandels stellen, hätten gute Chancen, am Ende gestärkt aus der Corona-Krise zu kommen.

Rüdiger Lanz lässt offen, ob sein Unternehmen ein solcher Leuchtturm ist. „Aber wir bringen Türme zum Leuchten“, sagt er. Seine Lanz-Manufaktur-Germany hat sich auf LED-Beleuchtungen spezialisiert. Sie setzt Industriehallen, Gewerbebetriebe, Sportanlagen und historische Bauwerke ins rechte Licht. Stromeinsparungen bis zu 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln verspricht Lanz seiner Kundschaft. Mit einem selbst entwickelten Reflektor sieht sich der Unternehmer weltweit führend. Rund 20 Leute stehen auf der Gehaltsliste. Produziert wird in Simmertal bei Kirn. In Lanz-Licht getaucht sind die Burg Trifels bei Annweiler oder ganz neu das Olympiastadion in Berlin. Jetzt hofft der Rheinland-Pfälzer, bald auch das Olympiastadion in München und vielleicht sogar das Aztekenstadion in Mexiko City illuminieren zu dürfen.

Dreyer gibt die sorgende Landesmutter

Wie jedes Jahr hat die Ministerpräsidentin zur Sommerreise geladen. Schon bei ihrem Vorgänger Kurt Beck war das Brauch, und die Regierenden in den anderen Bundesländern halten es ähnlich. Nach Ende der Ferienzeit will Dreyer Journalisten aus Mainz und vor allem aus der Hauptstadt Berlin ein modernes Rheinland-Pfalz zeigen. Allein Corona verhindert dieses Mal Besuche in Unternehmen und Einrichtungen. Die Reise führt in ein Binger Hotel. Die „Leuchttürme“ präsentieren sich dort in einem weitläufigen Konferenzraum.

Ein knappes halben Jahr vor der Landtagswahl gibt sich die Ministerpräsidentin gelassen. Sie wisse nicht, wie viel Zeit für Wahlkampf ihr überhaupt bleiben werde in der Corona-Krise. Die Verantwortung sei groß, gibt Dreyer die sorgende Landesmutter. Sie weiß: Krisenzeiten sind Zeiten der Regierenden. Ohnehin laufen die jüngsten Umfragen nach dem Geschmack Dreyers: Im direkten Vergleich mit ihrem Herausforderer Christian Baldauf (CDU) ist sie bekannter und trauen ihr die Wähler mehr zu. Mehr noch: Selbst bei den erklärten Anhängern der CDU hat Dreyer die Nase vorn.

Kaiserslauterer Unternehmen präsentiert sich

Also gibt sich die SPD-Frau auch bei der diesjährigen Sommerreise sehr entspannt. Sorgen wegen der schlechten Umfragewerte der Bundes-SPD? Nein, sagt Dreyer. Schon in der Vergangenheit seien die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz immer durch Landesthemen entschieden worden. Dreyer wirkt schon allein deshalb zufrieden, weil ihre Partei auf Bundesebene derzeit nicht um die Führung zankt. Sie spricht freundlich über FDP und Grüne, die ihr in Mainz seit 2016 als Koalitionspartner zur Seite stehen.

Der digitale Wandel helfe ihm wettbewerbsfähig zu bleiben, sagt Kai Ellenberger. Sein Unternehmen produziert und verarbeitet in Kaiserslautern für namhafte Kunden Metallteile, die zum Beispiel in Motoren und Maschinen eingebaut werden. Um bei Fertigungsserien bis 120.000 Stück konkurrenzfähig zu sein, setzt das Unternehmen seit Jahren modernste IT-Technik und Roboter ein. Seine Mitarbeiter seien von Maschinenbedienern zu „Entscheidern“ und „Problemlösern“ geworden, sagt der Unternehmer. Auch kleine Betriebe müssen sich auf den Weg in die Zukunft machen, lobt die Ministerpräsidentin auch diesen „Leuchtturm“.

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