Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Lawrow zeigt Schwäche

Der russische Außenmister Sergej Lawrow beim G20-Gipfel der Außenministerinnen und -Außenminister in Indonesien.
Der russische Außenmister Sergej Lawrow beim G20-Gipfel der Außenministerinnen und -Außenminister in Indonesien.

Der Abgang beim G20-Treffen auf Bali offenbart, dass Russlands Außenminister Sergej Lawrow keine Argumente hat.

Er ist Teil eines verbrecherischen Regimes: Sergej Lawrow, russischer Außenminister. Aber er ist auch ein alter Hase auf dem internationalen Parkett, der eigentlich alle Tricks und Kniffe des Geschäfts kennt. Beim G20-Außenministertreffen in Indonesien hat er einen Eklat provoziert, indem er nach seiner eigenen Rede den Saal verließ und vorzeitig abreiste. So musste er sich die Einlassungen der anderen Ressortchefs, insbesondere mit Blick auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, gar nicht erst anhören.

Lawrows Verhalten ist ein Zeichen von Schwäche. Da hat jemand die Flucht ergriffen, der keine Argumente hat. Der Vorgang sollte all jenen im Westen zu denken geben, die glauben, man müsse jetzt endlich mal eine diplomatische Offensive starten, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Russland will weiterbomben, aber nicht reden. Nicht einmal im Kreis der G20, wo von einer Dominanz der Amerikaner und Europäer nun wahrlich keine Rede sein kann.

Attacken und krude Theorien

Über Jahre galt Lawrow als harter, aber geschätzter Verhandler. Doch diesen Ruf hat er zuletzt verspielt. Seit Kriegsbeginn attackiert er den Westen mit NS-Vokabular und verbreitet krude Theorien.

Abgesehen davon ist es ein Drama, dass Russlands mörderischer Feldzug auch die Arbeit der G20 lähmt. Bei Themen wie der Bekämpfung der Klimakrise oder der Pandemie braucht es die Mitarbeit aller.

Deshalb ist es im Prinzip auch richtig, dass die westlichen Nationen trotz der Anwesenheit russischer Vertreter weiterhin ihr Personal zu G20-Konferenzen schicken. Erfolg kann die Staatengruppe aber nur haben, wenn alle Mitglieder das wollen. Eines zumindest will das nicht.

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