Corona-Impfgipfel
Länder fordern nationalen Impfplan
Nach den am Wochenende bekannt gewordenen neuen Lieferplänen der Impfstoffhersteller bekommt Deutschland mehr Dosen der Corona-Vakzine. Bisher waren bundesweit seit Impfbeginn am 27. Dezember bis Mitte Februar knapp 5,9 Millionen Dosen zusagt worden. Davon sollte Rheinland-Pfalz 297.075 Dosen von Biontech und Moderna erhalten. Am Wochenende hat Biontech zusätzliche Mengen angekündigt, während Moderna weniger liefern will. Zudem hat Astrazeneca konkrete Lieferangaben gemacht. Der Hersteller weist allerdings ausdrücklich daraufhin, dass Änderungen möglich seien. Für den Zeitraum 27. Dezember bis Mitte Februar sollen nun bundesweit von allen drei Herstellern insgesamt knapp 7,6 Millionen Dosen ausgeliefert werden (Rheinland-Pfalz: 381.945).
Vor dem Corona-Impfgipfel am Montag haben mehrere Ministerpräsidenten der Länder einen klaren nationalen Fahrplan für die Impfungen in den kommenden Wochen gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Regierungsmitglieder wollen am Montagnachmittag mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über den Stand bei der Impfstoff-Lieferung und das weitere Vorgehen beraten. An dem Treffen nehmen auch Vertreter der Hersteller und der EU-Kommission teil. Der Gipfel ist eine Reaktion auf den schleppenden Impfstart und die Diskussion um die Menge der zur Verfügung stehenden Vakzine.
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kritisierte ebenfalls mangelnde Klarheit über die Liefermengen der Impfstoffe. „Wir haben auch mit der neuen Zusage nicht mal Lieferklarheit für die nächsten vier Wochen“, sagte Dreyer der „Bild am Sonntag“.
Italien empfiehlt Astrazeneca nur bis 55 Jahre
Spahn kündigte außerdem eine Überarbeitung der Impfverordnung an. Hintergrund: Die Ständige Impfkommission hatte den Astrazeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Die italienische Arzneimittelbehörde empfahl den Impfstoff sogar nur für Menschen bis 55 Jahre.
Der Deutsche Philologenverband hat derweil eine frühere Impfung von Lehrerinnen und Lehrern gefordert. Der gesellschaftlich-politische Druck, die Schulen zu öffnen, sei massiv. Dem trage die jetzt geplante Berücksichtigung der Lehrkräfte erst in der dritten von drei prioritären Kategorien nicht ausreichend Rechnung, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nur mit schnellem Impfen der Lehrer könne man in den Präsenzunterricht zurückkommen, wenn das Infektionsgeschehen es zulasse.