Coronavirus Kultusminister wollen die Schulen nur stufenweise öffnen
In einer Schaltkonferenz haben sich die Kultusminister der Länder darauf verständigt, die Schulen abhängig vom Infektionsgeschehen zunächst für untere Klassen und Abschlussklassen wieder zu öffnen. Der Schul-Lockdown war von Bund und Ländern Mitte Dezember als Teil des Herunterfahrens des gesamten öffentlichen Lebens ursprünglich bis Ende dieser Woche vereinbart worden.
Für Rheinland-Pfalz war allerdings bereits vor Weihnachten Fernunterricht bis zum 15. Januar angeordnet worden. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte im SWR: „Wir hoffen, dass wir dann aber auch Stück für Stück wieder mehr Schule in der Schule machen können.“ Das sei allerdings abhängig von den Corona-Zahlen.
Halbierung der Klassen in Stufe 2
Die Vereinbarung der Kultusminister sieht die Öffnung des Schulbetriebs in Stufen vor – „sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen“. Zuerst sollten dann die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 wieder Präsenzunterricht haben und die weiteren Jahrgänge im Distanzunterricht bleiben. Durch eine Halbierung der Klassen solle in einer zweiten Stufe dann ergänzend Wechselunterricht für Schüler höherer Klassen ermöglicht werden.
Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler soll es demnach erst in einer Stufe drei geben. Für Abschlussklassen soll aber weiterhin eine Ausnahme von den Beschränkungen gelten, damit sie sich angemessen auf Prüfungen vorbereiten können.
Die Videokonferenz der Kultusminister sollte dabei vor allem der Vorbereitung der Beratungen der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag dienen.
Hackerangriff auf Lernplattform
In Rheinland-Pfalz begann der Fernunterricht nach den Weihnachtsferien am Montag für Tausende Schüler mit einer bösen Überraschung: Sie konnten sich nicht in die Lernplattform Moodle einloggen. Über diese digitale Plattform sollen die Schüler unter anderem von Lehrern bereitgestelltes Material abrufen. Mehrere hundert der rund 1600 Schulen in Rheinland-Pfalz verwenden nach Auskunft des Bildungsministeriums in Mainz Moodle. Das von Schulen genutzte Videokonferenzsystem BigBlueButton fiel am Montag ebenfalls zeitweise aus. Ursache war nach Angaben eines Ministeriumssprechers, dass „die Systeme auch durch Hackerangriffe massiv belastet wurden“. Er versicherte, dass die Serverkapazitäten vor Weihnachten nochmals um ein Vielfaches aufgestockt worden seien. Aber eine Lernplattform stelle immer ein Einfallstor für mögliche Angriffe von außen dar.