Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Krawalle in Amerika: Der unselige Geist von 1968

Bilder wie dieses von den Krawallen in Kenosha, Wisconsin, schaden den US-Demokraten im Wahlkampf.
Bilder wie dieses von den Krawallen in Kenosha, Wisconsin, schaden den US-Demokraten im Wahlkampf.

Präsident Trumps US-Republikaner setzen im Wahlkampf auf das Thema innere Sicherheit. Hier ist Herausforderer Biden tatsächlich auch angreifbar.

Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat ja recht: Präsident Donald Trumps Inkompetenz hat einen gehörigen Teil zu der Corona-Katastrophe in den USA beigetragen. Die Strategen des Republikaner-Parteitages haben daher lieber ein anderes Thema in den Vordergrund gestellt: die innere Sicherheit. Sie setzen dabei aktuell auf die Wirkmacht der Bilder aus Kenosha. Die Unruhen, die der Fall Jacob Blake dort ausgelöst hat, sind Wasser auf die Mühlen derer, die Biden und seinen US-Demokraten Linksradikalismus vorwerfen.

Trump setzt auf Nixons Strategie

Während sich die Mutter des Afroamerikaners, dem ein Polizist sieben Kugeln in den Rücken schoss, offen und unmissverständlich gegen Gewalt als Antwort aussprach, hat Biden sich nicht deutlich genug von den Chaoten distanziert. Natürlich sollte der neuerliche Fall von Polizeigewalt nicht relativiert werden. Aber was da in Kenosha passiert, schadet den Demokraten. Wie auch schon im Fall George Floyd: Derlei Straßenkrawalle wecken Erinnerungen an 1968, als der Mord an Martin Luther King Junior das Land ins Chaos stürzte. Am Ende zog Richard Nixon mit einer Politik der harten Kante ins Weiße Haus ein.

Biden sollte jede Gewalt geißeln und dabei gleichzeitig die Rolle bewaffneter Milizionäre in den Blick nehmen. Die Bürgerkriegsgefahr, von der Trumps Anhänger schwadronieren, geht nämlich tatsächlich von weißen Nationalisten mit ihren vollautomatischen Gewehren aus.

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