Politik Kommentar: Zickzackkurs ins Abseits

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Die USA wollen raus aus Syrien. Sagt Präsident Trump. Dann wiederum

beschimpft er Russland, Iran und Syriens Diktator Assad. Die lachen sich eins.

„Lügende Hillary“, „scheiternde New York Times“ – Donald Trump liebt das Stilmittel „herabwürdigende Beschreibung“ plus „Name“. Nun also „Tier Assad“. Wie im Falle seiner anderen Gegner trifft Trump auch diesmal einen Nerv. Syriens Präsident ist ein Kriegsverbrecher. Was aber in der US-Innenpolitik als rotzfrech und ein bisschen lustig durchgehen mag, verbietet sich in der Außenpolitik. Zumal im Zusammenhang mit Kriegsgebieten. Es geht um Leben und Tod – hunderttausendfach im Falle Syriens. Es reicht auch nicht, dass Trump seinem Vorgänger Barack Obama vorhält, der habe es versäumt, Syriens Präsidenten in die Schranken zu weisen. Das stimmt zwar, war aber vorgestern. Seit Januar 2017 ist Trump im Amt, und von einer Syrien-Strategie, die über den Anti-Terror-Kampf gegen den IS hinausginge, ist nichts zu erkennen. Der US-Präsident ist in Wunschdenken gefangen: Der Krieg werde schon zu Ende gehen und habe ja „mit uns“ nichts zu tun. Er scheint in der Tat sogar in die Endphase zu gehen. Aber er hat sehr wohl mit Amerikas künftiger Rolle in der Welt zu tun. Zu den verhängnisvollsten Widersprüchen Trump’scher Politik dürfte zählen, dass der US-Präsident einerseits Irans Vormachtstreben in Nahost eindämmen, aber ausgerechnet in Syrien das Feld räumen will. Oder tun die USA das gar nicht? Schicken sie gar Israel vor, den Mullahs die Grenzen aufzuzeigen? Dass seit gestern der „Falke“ John Bolton Trumps Sicherheitsberater ist, dürfte die Lage nicht entspannen.

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