Kommentar
Kommentar: Vor Kim kapituliert

Vier Raketentests binnen weniger Tage – eine freche Missachtung der UN-Auflagen durch Nordkorea. Diktator Kim tanzt Donald Trump auf der Nase herum.
Nordkoreas Machthaber testet in Wirklichkeit gar nicht so sehr neue Waffen. Er testet vielmehr aus, wie weit er den sonst so bissigen US-Präsident Donald Trump gezähmt hat. Seit der Blitzvisite am innerkoreanischen Grenzpunkt Panmunjom hat Trump nicht nur die offizielle Demarkationsmarke, sondern generell eine politische rote Linie überschritten, hinter die es kaum wieder ein Zurück geben kann. Der Präsident der Vereinigten Staaten erkennt Nordkorea de facto als weitere Atommacht an. Er verhandelt also mit dem Diktator aus Pjöngjang auf Augenhöhe – fast genauso wie mit Russlands Kremlchef Putin und Chinas Führer Xi. Donald Trump hat so gesehen kapituliert – so wie es von Anfang an Kims Ziel war.
US-Soldaten direkt bedroht
Vorbei sind die Zeiten, da Trump den Nordkoreanern Vernichtung androhte. Ohne Not hat der US-Präsident jahrzehntealte Grundsätze der US-Politik in Korea aufgegeben. Er tut so, als spielten Kurzstreckenwaffen keine Rolle, weist zum Beispiel darauf hin, bei seinem Gipfeltreffen mit Kim 2018 in Singapur seien diese gar kein Thema gewesen.
Militärspezialisten zufolge sind Kims angeblich „sensationell neue Flugkörper“ nur Raketen von ähnlicher Bauart wie die russische Iskander-Rakete. Aber auch die kann mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden. Nicht nur sind sie eine Gefahr für den US-Alliierten Südkorea, sondern auch für die rund 30.000 amerikanischen Soldaten, die in dort permanent stationiert sind. Aber das hat Präsident Donald Trump wohl nicht auf dem Radar.