Politik Kommentar: Trumps Voodoo-Trick

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Die Steuerpläne des US-Präsidenten sind gefährlich für die Weltwirtschaft.

Sie machen die USA auch nicht mächtiger – im Gegenteil, sie schwächen sie.

Die USA wurden mit Schulden gegründet. Kredite Frankreichs und holländischer Banken halfen, das koloniale Joch abzuwerfen. Ein schlechtes Geschäft für die Kreditgeber: Noch bevor die USA gegründet wurden, stellten die Amerikaner den Schuldendienst einfach mal ein. Das ginge heute nicht mehr. Vor allem reden wir über ein Schuldenvolumen, das Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft hat. Mit 20 Billionen US-Dollar steht der amerikanische Staat in der Kreide; allein mehr als eine Billion schuldet Washington den Chinesen. Bediente Amerika seine Schulden nicht mehr, die Zinsen für neue Schulden würden enorm steigen – Kapitalflüsse in aller Welt würden umgeleitet. Über all das wird zu reden sein, wenn sich der US-Kongress mit der von US-Präsident Trump angekündigte Steuerreform befasst. Schon jetzt liegt die Schuldenquote der USA bei 77 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ohne Etatsanierung wird der Schuldenberg ab 2022 jährlich um mehr als eine Billion Dollar wachsen (etwa das Dreifache des gesamten deutschen Bundesetats). Präsident Trump verspricht, was schon Ronald Reagan einst versprach und was George Bush Senior 1980 im Wahlkampf als „Voodoo-Ökonomie“ verspottete. Bush behielt Recht: Die Gewinne niedriger Steuern haben Unternehmen eingeheimst, und die Einnahmen des Staats sind nicht wundersam gewachsen. Bleibt zu hoffen – für die US-Steuerzahler wie den Rest der Welt –, dass Trump auch dieses Gesetzesvorhaben in den Sand setzt.

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