Politik Kommentar: Tiraden eines Gasverkäufers

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Donald Trump attackiert Deutschland wegen des Imports von russischem

Gas – aus durchschaubaren Gründen. Er will mehr US-Gas verkaufen.

Ein Verkäufer, der seinen potenziellen Kunden öffentlich beschimpft, macht seinen Job schlecht. Genau das hat US-Präsident Donald Trump getan. Weil er Europa mehr US-Erdgas verkaufen will, attackiert er Deutschland wegen der Gasimporte aus russischen Lagerstätten als „Gefangenen Russlands“ und wettert gegen die zweite Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. Nicht nur die von Trump angezettelten Handelskonflikte, sondern auch seine dummen Schimpftiraden schaden dem Ansehen der USA. Deutschland vorzuwerfen, es mache Russland reich und sich selbst abhängig von Russland, ist Unsinn. Seit Jahrzehnten strömt Gas aus Sibirien zuverlässig nach Europa. Als Handelspartner ist Russland derzeit zuverlässiger und berechenbarer als es die USA sind. Trumps Argumente sind so falsch wie seine Zahlen. Deutschland bezieht nicht 70 Prozent seiner Energie aus Russland, sondern weniger als 40 Prozent. Die von Trump aus leicht durchschaubaren wirtschaftlichen Eigeninteressen attackierte Pipeline Nord Stream 2 wird die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung von Deutschland und Europa nicht verschlechtern, sondern verbessern. Das massenhafte Fördern von US-Schiefergas mit Frackingmethoden hat zu einer Gasschwemme auf dem Weltmarkt geführt. Russland ist einer von vielen Gaslieferanten. Und für Russland sind die Gasexporte nach Europa genau so wichtig wie umgekehrt die Gasimporte aus Russland für Europa. So ist das bei gutem Handel.

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