Politik Kommentar: Richtige Antwort

Die EU darf im Handelskonflikt mit den USA nicht überreagieren.
Brüssel sollte zugleich seine Handelsbeziehungen im Rest der Welt ausbauen.
US-Präsident Donald Trump wird von immer mehr guten Geistern verlassen und schickt sich an, mit haarsträubender Begründung einen Handelskrieg gegen die alten Freunde auf der anderen Seite des Atlantiks anzuzetteln. Dagegen setzt die EU auf die richtige Strategie. Sie will es ihm nicht mit der gleichen Münze heimzahlen, wenn er Strafzölle gegen Stahl und Aluminium verhängt. Vielmehr zielt sie auf ausgewählte Ikonen der US-Wirtschaft. Die Gegenmaßnahmen sollen zeigen, dass man sich wehrt. Es geht um eine Symbolwirkung: Erdnussbutter, Bourbon und Harleys. Mit der vollen Breitseite zu reagieren, hieße dagegen, auf Eskalation zu setzen. Weitere Strafzölle aus Washington, etwa gegen europäische Autoexporte, könnten schnell die Folge sein. Die EU behält sich ihrerseits vor, Schutzzölle zu erlassen, sollte Europa jetzt von Stahlexporten aus Brasilien und China überschwemmt werden. Davon sollte sich Brüssel möglichst fernhalten. Das Gegenteil ist angezeigt: Die EU muss den Schulterschluss mit anderen Ländern suchen, die Interessen am freien Handel haben. Es ist höchste Zeit, die Verhandlungen mit Australien, Indien und den südamerikanischen Ländern über Freihandelsabkommen energisch voranzutreiben. Gerade in diesen dramatischen Wochen zeigt sich wieder: Handel ohne Zollschranken über möglichst alle Kontinente hinweg ist der sicherste Weg, wenn es darum geht, vielen Menschen hier und in ehemals rückständigen Ländern zu Arbeit zu verhelfen.