Politik Kommentar: Putins Eingeständnis

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Auch in Russland kann der „Islamische Staat“ zuschlagen.

Das ist durch die Explosion in St. Petersburg erneut klar geworden.

Eine Bombe, 14 Verletzte – Sankt Petersburg ist glimpflich davongekommen. Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich aber erklärte den Anschlag gestern zum Terrorakt. Diese Klassifizierung ist in Russland keineswegs eine Selbstverständlichkeit. So streiten die russischen Behörden bis heute ab, dass der Absturz eines Tupolew-Flugzeugs der Armee im Dezember 2017 bei Sotschi mit 92 Todesopfern die Folge eines Attentats gewesen sein könnte. Die Staatsmedien schwiegen auch das Blutbad tot, das ein Messerstecher Mitte August 2017 im sibirischen Surgut anrichtete, wo er einen Menschen tötete und sieben verletzte. Und dies, obwohl anschließend ein Video auftauchte, in dem der Täter sich zum terroristischen „Islamischen Staat“ (IS) bekannte – so wie es die Urheber von Bluttaten in westlichen Städten machen, deren Taten dann als „terroristisch“ eingestuft werden. Als vor wenigen Tagen ein Moskauer Bus auf rätselhafte Weise in eine Fußgängerunterführung fuhr und vier Menschen tötete, wagten selbst liberale Zeitungen nicht, über Terror zu spekulieren. Russland, so lautet die offizielle Lesart, hat in Syrien den islamischen Terrorstaat IS vernichtet. Zudem bekämpften die vaterländischen Sicherheitsorgane den Terror professioneller als es westliche Geheimdienste tun. Putins Worte sind also ein Eingeständnis: Der militärische Sieg über den IS im Nahen Osten bedeutet keineswegs mehr Sicherheit zu Hause.

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