Politik Kommentar: Es bleiben nur wenige Tage

Bei der IWF-Frühjahrstagung haben sich die USA viel Kritik wegen ihrer
Handelspläne anhören müssen. Werden sie umgesetzt, droht ein Einbruch.
Der Widerspruch könnte kaum größer sein. Gegenwärtig erlebt die Weltwirtschaft den stärksten Aufschwung seit 2010. Grund dafür ist der Boom im internationalen Handel. Just zu der Zeit, in der es gut läuft, wird dieser Erfolgsfaktor in Frage gestellt. Auf der am Wochenende zu Ende gegangenen Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington herrschte Einigkeit, dass der Handelskrieg zwischen den USA, Europa und China das größte Risiko für die globale Erholung darstellt. Gerade für das Exportland Deutschland geht es um viel. Wenn die Bundeskanzlerin am Freitag US-Präsident Donald Trump in Washington trifft, steht ihr ein schwieriges Gespräch bevor. Es bleiben nur noch wenige Tage, um den Zwist um Strafzölle zu lösen. Bisher zeigen sich die Vereinigten Staaten unbeeindruckt von den Protesten ihrer Verbündeten. Auf der IWF-Tagung war indes zu beobachten, dass das Unverständnis wächst. Auch die IWF-Chefin Christine Lagarde warnte vor einem Vertrauensverlust, der die Weltwirtschaft in schweres Fahrwasser bringen könne. Trumps Berater werden registriert haben, wie einhellig die Kritik an den USA ausgefallen ist. Washington muss abwägen, ob es sich mit mehreren Partnern gleichzeitig anlegt. Die Einleitung der Sanktionen gegen China ist bereits beschlossene Sache. Die Gefahr liegt darin, dass es zu einer verhängnisvollen Spirale kommt und sich der Zwist weiter hochschaukelt. Käme es so weit, verlören alle.