Kommentar
Kommentar: Die US-Wahl ist in Gefahr
Das Coronavirus gefährdet Menschenleben, und es könnte auch die Demokratie lahmlegen. In Israel wird die Korruptionsanklage gegen Premierminister Benjamin Netanjahu erstmal nicht verhandelt – und so regiert er unbeirrt weiter. In den USA droht die Kandidatenkür der Oppositionspartei zu platzen: Der Wahlkampf ist schon ins Stocken geraten, die für Dienstag angesetzte Demokraten-Vorwahl in Ohio wurde wegen Corona vertagt. Weitere Staaten wie Georgia und Maryland wollen abwarten.
Was passiert, wenn immer mehr Vorwahlen ausfallen?
Zwar liegt Joe Biden bei den US-Demokraten klar vorne und sieht wie der sichere Herausforderer Donald Trumps am 3. November aus. Am Dienstag gewann Biden wieder deutlich und holte das Gros der Parteitagsdelegierten aus Florida, Illinois und Arizona. Aber noch ist mehr als die Hälfte der Nominierungsstimmen zu verteilen, und der Zweitplatzierte Bernie Sanders hat genug Geld, um den Wahlkampf fortzusetzen. Was passiert, wenn er nicht aufgibt und immer mehr Vorwahlen ausfallen? Könnte sogar die Wahl im November kippen?
Der Bundesstaat Washington, der besonders von Corona betroffen ist, hat am 10. März gezeigt, dass die Demokratie auch in Zeiten der Seuche funktionieren kann: Dort wird automatisch per Briefwahl abgestimmt. Das gibt es sonst nur in zwei weiteren US-Staaten. Grundsätzlich kennen alle 50 die Möglichkeit der Wahl fern der Urne. Aber die Bestimmungen dazu sind uneinheitlich, teils gibt es sogar enorme Hürden. Höchste Zeit, das zu ändern.