Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Klimapaket im Europaparlament: Die verpasste Chance

Blick in den Plenarsaal des Europäischen Parlaments.
Blick in den Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

Das Europaparlament verplempert wertvolle Zeit, die wir bei der Bekämpfung der Klimakatastrophe nicht mehr haben. Ein Bärendienst.

Überschwemmungen, Dürren, Unwetter, Hungersnöte, Hitzewellen, immer häufiger und in nie dagewesener Stärke: Es ist nicht so, dass wir uns Zeit lassen könnten. Der Zeiger steht bereits auf fünf nach Zwölf. Die Klimakatastrophe hat längst begonnen. An uns liegt es nun, so schnell und so entschlossen wie möglich den Schaden zu begrenzen und die fatale Entwicklung zu stoppen, um weitaus Schlimmeres zu verhindern.

Umso mehr erstaunt es, dass das Europäische Parlament am Mittwoch wichtige Teile des EU-Klimapakets abgelehnt hat, mit der die EU-Kommission die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen schnell senken und bis 2050 klimaneutral werden will.

Überraschende Manöver

Bedeutet das nun das Ende des ehrgeizigen und unverzichtbaren EU-Klimapakets? Keineswegs! Was sich allerdings am Mittwoch im Europaparlament abspielte, war keine Sternstunde. Es war noch nicht einmal sachdienlich. Eigentlich gab es schon einen mühsam verhandelten Kompromiss. Doch mit überraschenden Manövern versuchten konservative Abgeordnete am Mittwoch die Klimaziele zu verwässern. Sozialdemokratische und grüne Abgeordnete sahen sich überrumpelt und zogen die Reißleine. Jetzt muss neu verhandelt werden.

Das alles mag demokratisch legitim sein. Empörend ist allerdings, dass sich nun dieses so wichtige Klimagesetz verzögert. Das kostet Zeit, die wir nicht mehr haben.

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