Meinung Klima-Kleber: Spektakulär gescheitert
Sie wollten die Hauptstadt lahmlegen, hatten die Klima-Kleber der Letzten Generation angekündigt. Am Montag sorgten sie dann dafür, dass Berliner Autofahrer stundenlang im Stau standen, die Feuerwehr berichtete von unzähligen Behinderungen für Rettungsfahrzeuge. Und man fragt sich: Was soll das?
Das Klima retten solche Aktionen nicht. Im Gegenteil. Wer seinen Mitmenschen den Weg abschneidet, indem er sich vor ihnen auf die Straße klebt, erntet Frust, Verdruss und – wenn’s ganz schlecht läuft – Zorn. Aber sicherlich keine Akzeptanz.
Verachtung für die Demokratie
Wer sich das Recht auf Selbstjustiz herausnimmt, wer allen anderen diktieren will, wie sie zu leben haben, der verachtet unsere Demokratie. Und wer Plakate trägt mit der Aufschrift „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten!“, der besudelt nicht nur Monet-Gemälde mit Kartoffelbrei, der schüttet auch Gift in unsere Gesellschaft. Eimerweise.
Klar, die Aktionen erzeugen Aufmerksamkeit. Aber eben nicht für den Klimawandel. Sie sind spektakulär. Aber halt auch spektakulär gescheitert. Obwohl eine große Mehrheit der Meinung ist, die Bundesregierung unternehme zu wenig, um das Klima zu schützen, lehnen die allermeisten die Protestformen der Letzten Generation ab. Falls es den Aktivisten also wirklich um Klimaschutz geht, sollten sie aufhören, Menschen gegeneinander aufzubringen und sich dort für ihr Anliegen einsetzen, wo die größte Gestaltungsmacht liegt: in der Politik.