Politik Kim schasst überraschend seine obersten Militärs

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Nordkorea hat vor dem geplanten Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump am 12. Juni in Singapur drei seiner wichtigsten Militärführer ausgetauscht.

Gibt es innerhalb der nordkoreanischen Führung Streit um den Gipfelkurs? Gut eine Woche vor dem anberaumten Gipfel mit Donald Trump räumt Diktator Kim in seiner militärischen Spitze auf. Der bisherige Verteidigungsminister Pak Yong Sik wurde seines Postens enthoben und durch seinen Stellvertreter No Kwang Chol ersetzt. Auch Generalstabschef Ri Myong Su und ein weiterer hoher General seien gefeuert worden, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Zudem berichten die Staatsmedien in Pjöngjang, dass Kim Su Gil, ein sehr enger Vertrauter des Machthabers, zum Direktor des einflussreichen militärischen Politbüros ernannt wurde. Die amerikanische Regierung geht davon aus, dass es in der nordkoreanischen Armee zu ernsten Meinungsverschiedenheiten über den Kurs von Kim Jong Un gegenüber den USA und Südkorea gekommen ist. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums Südkoreas nannte gestern die Entlassung der drei Topmilitärs und die Neubesetzungen mit jüngeren – und Kim noch treuer ergebenen – Generälen „ungewöhnlich“. Japanische Medien berichten, vieles spreche dafür, dass sich Kim Jong Un vor dem geplanten Treffen mit Trump weiter den Rücken stärken will. Dazu gehört auch, den enormen Einfluss des Militärs zugunsten des zivilen Parteiapparates zurückzudrängen. Kim will offenbar seine Kontrolle über die mächtige Volksarmee verstärken. Das militärische Politbüro galt bisher als ein Widersacher der Staatsführung bei politischen Entscheidungen. Auch in Seoul werden die Personalentscheidungen als Signal verstanden, möglichen Widerstand der alten Militärs gegen eine weitreichende Änderung der nordkoreanischen Atompolitik zu brechen. Laut Nachrichtenagentur Yonhap scheint der Norden neue Leute hinzuzuziehen, da es „den früheren Vertretern an gedanklicher Flexibilität fehlte“. Das südkoreanische Massenblatt „Chosun Ilbo“ vermutet, Kim Jong Un sei „beunruhigt und nervös“, dass Teile der Volksarmee seine Abwesenheit während des Gipfels in Singapur für einen Militärputsch nutzen könnten. Noch nie seit Kims Machtantritt im Jahr 2011 – auch nicht bei seinen beiden einzigen Auslandsbesuchen in China – sei der Reisetermin vorab gekannt gewesen. Unterdessen wurde bekannt, dass Nordkoreas Führer in Singapur im Hotel Fullerton und Donald Trump im Hotel Shangri-La, das auch als möglicher Gipfelort gehandelt wird, residieren sollen. Als Tagungsstätte wird ebenfalls das Capella Hotel auf der Resortinsel Sentosa genannt. Singapur habe angeboten, die Aufenthaltskosten für Kim und seine riesige Delegation zu übernehmen. Gestern schaltete sich auch die 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) ein: Man würde einen Teil der Kosten des Gipfeltreffens zwischen den USA und Nordkorea am 12. Juni übernehmen. Demnach will die Organisation auch für die unter Umständen beträchtlichen Hotelkosten des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und seiner Delegation zahlen. In der Präsidentensuite des Fullerton, des „exklusivsten Hotels in Singapur“, steht ein Flügel, auch ein privater Aufzug gehört dazu. Die Suite ist 201 Quadratmeter groß und kostet angeblich mehr als 6000 Dollar (umgerechnet 5100 Euro) pro Nacht.

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