Politik Keine Geschäfte mit Nachwuchs

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«Lissabon.»In Portugal ist das Gesetz zur Leihmutterschaft in Kraft getreten – in bestimmten Grenzen. Damit nimmt das Land eine Vorreiterrolle in Europa ein, wo diese Art der Fortpflanzung erst in wenigen Staaten möglich ist.

Portugals

Fußballheld Cristiano Ronaldo, der für seinen jüngsten Zwillingsnachwuchs Eva und Mateo offenbar eine US-amerikanische Leihmutter verpflichtete, bleibt in seinem eigenen Land weiterhin von dieser Form der Familienplanung ausgeschlossen. Während in einigen Bundesstaaten der USA Ausländer ohne Probleme und gegen viel Geld Abmachungen mit Leihmüttern treffen können, muss man sich in Portugal an bestimmte Regeln halten. So dürfen nur Frauen, die aus medizinischen Gründen nicht selbst ein Kind austragen können, auf eine Leihmutterzurückgreifen. Auf homosexuelle Paare oder heterosexuelle Männer mit Kinderwunsch findet dieses Gesetz somit keine Anwendung. Kommerziellen Geschäften mit dem Nachwuchs wurde ebenfalls ein Riegel vorgeschoben. Geld zwischen Leihmutter und Auftraggebern darf nicht fließen. „Jede Art der Bezahlung oder Spende jeglicher Art und Höhe sind verboten“, heißt es im Gesetz. Der Leihmutter dürfen nur die Kosten für die medizinische Behandlung ersetzt werden. Zudem darf die Betreffende nicht älter als 45 sein und muss wenigstens ein eigenes Kind auf die Welt gebracht haben. Sie darf höchstens zwei Mal ihre Gebärmutter für eine fremde befruchtete Eizelle zur Verfügung stellen. Paare, die auf dieses Fortpflanzungsverfahren zurückgreifen wollen, müssen ein autorisiertes Reproduktionszentrum aufsuchen. Dort wird ihr Fall bewertet und einer medizinischen Kommission vorgelegt. Das Gesetz öffnet die Leihmutterschaft in Portugal auch ausländischen Paaren etwa aus den deutschsprachigen Ländern oder dem Nachbarland Spanien, wo die Leihmutterschaft bisher nicht erlaubt ist. Mit dieser Reform gesellt sich Portugal zu einer kleinen Gruppe von europäischen Ländern, in denen diese Reproduktionsmethode – mit mehr oder weniger Einschränkungen – statthaft ist: etwa in Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien. Portugals Leihmutter-Gesetz war im Grundsatz bereits vor einem Jahr mit den Stimmen der regierenden Sozialisten, des Linksblocks und sogar mit Unterstützung einiger konservativer Abgeordneter beschlossen worden. Inzwischen ist das EU-Land, in dem seit 2015 der sozialistische Regierungschef António Costa an der Macht ist, in Sachen Abtreibung, gleichgeschlechtliche Partnerschaft und Scheidungsrecht liberaler als viele europäische Nachbarn.

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