Politik Katar, das US-Militär und die WM

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«Riad/Doha.» Saudi-Arabien und andere arabische Länder haben alle Kontakte zu Katar abgebrochen und damit die schwerste diplomatische Krise in der Region seit Jahren ausgelöst. Der kleine Staat am Persischen Golf ist Standort der größten US-Militärbasis in der Region und als Austragungsort der Fußball-WM 2022 vorgesehen – er ist nunmehr weitgehend isoliert.

Das Verhältnis mehrerer Golfstaaten zu Katar ist seit langem angespannt. Schon vor drei Jahren hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die Emirate ihre Botschafter für einige Monate aus Katar abgezogen. Sie stießen sich vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptische Muslimbruderschaft. Die Islamisten sind von Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten als Terrororganisation verboten worden. Die USA, die EU und Iran haben sich besorgt über die Entwicklungen gezeigt. US-Außenminister Rex Tillerson rief die arabischen Staaten auf, ihre Streitigkeiten beizulegen. Das US-Militär befürchtete zunächst keine Auswirkungen für seine Einsätze im Nahen Osten, etwa im Kampf gegen die dschihadistische Miliz „Islamischer Staat“ (IS). Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini betonte, Kooperation sei der Schlüssel für Sicherheit in der Region. Irans Außenamtssprecher Bahram Ghassemi erklärte: „Von dieser Krise hat keiner der Staaten etwas. Sie gefährdet nur die gemeinsamen regionalen Interessen.“ Sowohl Katar als auch Saudi-Arabien, Bahrain, die Emirate und Ägypten sind Verbündete der USA. So hat Washington mehr als 10.000 Soldaten auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid in Katar stationiert. Katar gehört auch der internationalen Anti-IS-Koalition an, die Extremisten in Syrien und im Irak bekämpft. In Bahrain unterhält die Fünfte US-Flotte ihr Hauptquartier. US-Präsident Donald Trump hatte die arabischen Verbündeten während eines Besuchs Ende Mai in Saudi-Arabien auf einen gemeinsamen Anti-Terror-Kampf und eine gemeinsame Front gegen Iran eingeschworen. Das schiitische Iran ist ein Erzrivale von Saudi-Arabien und der anderen von Sunniten regierten Golfstaaten. Riads Truppen bekämpfen im Bürgerkriegsland Jemen Huthi-Rebellen, die Iran nahestehen. Der Fußball-Weltverband FIFA kommentierte die diplomatische Krise nicht. Deutlicher wurde der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel. Bis zur WM 2022 müssten politische Lösungen den Vorrang vor Boykott-Androhungen haben, sagte er. „Aber eines steht unabhängig davon fest: Grundsätzlich sollte sich die Fußballgemeinschaft weltweit darauf verständigen, dass große Turniere nicht in Ländern gespielt werden können, die aktiv den Terror unterstützen.“

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