Religion Kölner Moschee: Muezzin ruft erstmals zum Gebet
Bedingung der Stadt war unter anderem ein Schallgutachten zur Begrenzung der Lautstärke. Es wird sich zeigen, wie laut es tatsächlich wird – und wie das Umfeld reagiert, wenn aus dem Anstoß von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) aus dem vergangenen Jahr hörbare Realität wird.
Die Stadt hat das Modellprojekt auf zwei Jahre befristet. Bislang hat sich dafür lediglich die Ditib-Gemeinde beworben, zehn weitere Moscheegemeinden bekundeten Interesse. Die Stadt Köln begründete ihr Vorhaben mit Toleranz und dem Recht auf Religionsausübung, der Islam sei seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Reker sprach von einem Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion: „Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.“
Keine einheitlichen Vorgaben für Muezzinruf
Die eng mit der türkischen Religionsbehörde in Ankara verbundene Ditib als Trägerin der Moscheegemeinde ist laut den städtischen Vorgaben verpflichtet, Anwohner zu informieren und einen Ansprechpartner zu benennen. Der Stadtteil Ehrenfeld ist dicht bewohnt, mit viel Einzelhandel und Gastronomie. Von den rund 109.000 Ehrenfeldern hat knapp jeder Zehnte einen türkischen Migrationshintergrund.
Die Ditib-Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld ist nicht das erste muslimische Gotteshaus in Deutschland, von dem aus der Muezzin zum Gebet ruft. In rund 30 Moscheegemeinden ist das bereits üblich, beispielsweise in Krefeld, im hessischen Raunheim oder in Oer-Erkenschwick am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Im nordrheinischen Düren ruft der Muezzin sogar schon seit 1984. Deutschlandweit einheitliche Vorgaben für den Muezzinruf gibt es nicht.epd