Interview
Julia Klöckner: „Wir haben im Team gekämpft“
Frau Klöckner, das ist ein historisch schlechtes Ergebnis für die rheinland-pfälzische CDU, die seit 30 Jahren in der Opposition ist. Wird das Konsequenzen haben?
Dieses Ergebnis ist eines, das uns wirklich enttäuscht. Wie es aussieht, kommt eine weitere Partei in den Landtag, und da ist die Stimmverteilung zu unseren Lasten gegangen. Dieses Ergebnis wird die ganze Partei analysieren. Am Montag tagt unser Landesvorstand, und dem will ich nicht vorgreifen. Da müssen wir sehr offen darüber reden, was besser hätte laufen können, was uns den Rückenwind genommen hat.
Wird Christian Baldauf Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag bleiben?
Darüber entscheidet natürlich die Fraktion. Sie tritt am Mittwoch zusammen. Christian Baldauf hat einen engagierten Wahlkampf geführt, wir haben im Team gekämpft.
Im September sind Bundestagswahlen, Sie werden erneut antreten, was bedeutet dieses Ergebnis für Sie selbst?
Bis zur Bundestagswahl sind noch einige Monate hin. Schauen wir mal auf das Ergebnis der SPD in Baden-Württemberg, das ja auch ein komplett anderes ist als in Rheinland-Pfalz. Aus den Landtagswahlen kann man keinen Schluss auf die Bundestagswahl ziehen. Landtagswahlen sind spezifisch und hängen sehr stark von den Regierungschefs ab. Ich kann nur sagen, dass Armin Laschet, dass die Bundespartei uns hier sehr unterstützt haben. Der SPD im Land ist es jedoch gelungen so zu tun, als sei sie nicht Mitglied der Bundesregierung.
Sie haben ein Statement des österreichischen Regierungschefs Sebastian Kurz zugunsten von Christian Baldauf in den sozialen Netzwerken gepostet. Was wollten Sie damit bezwecken?
Schön ist doch, dass es Unterstützer gibt, und dass wir international vernetzt sind als CDU Rheinland-Pfalz. Die Ministerpräsidentin postet Schauspieler, wir haben Sebastian Kurz wie auch viele ganz normale Leute zu Wort kommen lassen.
Welche Rolle hat Ihrer Meinung nach die Maskenaffäre gespielt?
Das kann man schwer quantifizieren. Aber dass das Fehlverhalten einzelner Abgeordneter, die nicht mehr Mitglied sind, dazu geführt hat, dass eine ganze Partei in Mithaftung genommen wird, ist schon bitter, auch wenn ich den Unmut der Bürger sehr verstehen kann. Als Partei wollen wir das Vertrauen bis zur Bundestagswahl zurückgewinnen. Mit Arbeit, Überzeugung und Transparenz.