Politik „Irma“: Teile Floridas werden evakuiert
«Miami.» Floridas Gouverneur Rick Scott sagte gestern, die gesamte Bevölkerung von Florida solle darauf vorbereitet sein, „bald“ ihre Wohngebiete zu verlassen. Bislang betreffen die Anordnungen der regionalen Behörden in Florida für die obligatorische Evakuierung nicht den gesamten Bundesstaat, sondern nur diverse Küstenregionen. Auch im weiter nördlich gelegenen US-Bundesstaat Georgia wurde die Evakuierung von Teilen der Küste angeordnet. Von den bisherigen Evakuierungsanordnungen in beiden Bundesstaaten sind insgesamt mehrere hunderttausend Einwohner betroffen. In Florida verließen gestern zahlreiche Einwohner ihre Wohnorte. Auf den beiden Highways entlang der Küsten des US-Bundesstaats bewegten sich Stoßstange an Stoßstange endlos scheinende Autokolonnen nach Norden. Die Meteorologen erwarten, dass „Irma“ in der Nacht auf die Südküste von Florida prallen wird. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA stufte den über die Karibik hinwegziehenden Wirbelsturm zwar gestern auf die zweithöchste Stufe vier herab, nannte ihn aber weiterhin „extrem gefährlich“. „Irma“ wirbelt auch die Reisepläne vieler deutscher Urlauber durcheinander. Die Lufthansa lässt von bis morgen die tägliche Verbindung zwischen Frankfurt und Miami ausfallen, wie ein Firmensprecher sagte. Am Wochenende könnten aus Sicherheitsgründen auch Orlando und Tampa nicht angeflogen werden. Der Reisekonzern TUI riet seinen Kunden von einer Abreise nach Kuba, den Bahamas und Florida in den nächsten Tagen ab. Der Reiseveranstalter DER Touristik brachte bereits einen Großteil seiner Gäste in Florida in Sicherheit. Nach den Verwüstungen durch den Hurrikan in der Karibik wird Sint Maarten von Plünderern heimgesucht. Die Lage sei ernst und unübersichtlich, sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte. Es gebe Berichte, dass Bürger auch bewaffnet auf der Straße seien. Das niederländische Sint Maarten teilt sich mit Saint-Martin (Frankreich) eine Insel. Auch dort soll es Plünderungen geben. Die französische Regierung kündigte an, zusätzliche Polizeibeamte zu entsenden. Nach Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie verursachte „Irma“ in der Karibik Schäden in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Unterdessen droht Gefahr durch einen weiteren Hurrikan. Das Hurrikanzentrum der USA in Miami stufte den Wirbelsturm „Jose“ gestern in der zweithöchsten Kategorie vier ein. „Jose“ bewegt sich derzeit im Atlantik mit 26 Kilometern pro Stunde in Richtung West-Nordwest voran und könnte heute die nördlichen Kleinen Antillen erreichen. Zeitgeschehen