Corona RHEINPFALZ Plus Artikel In den Krankenhäusern steigt die Belastung

Ein Pfleger auf dem Weg in die Corona-Notaufnahme eines Krankenhauses.
Ein Pfleger auf dem Weg in die Corona-Notaufnahme eines Krankenhauses.

Die 77 Hospitäler des Landes müssen sich auf eine deutlich steigende Anzahl von Corona-Patienten einstellen. Darauf deuten die ersten Ergebnisse aus der am Freitag vorgestellten Studie Covid-19-Register hin.

Das Covid-19-Register des Landes Rheinland-Pfalz wurde am 8. April auf Initiative des in Ludwigshafen ansässigen Instituts für Herzinfarktforschung gemeinsam mit dem Mainzer Gesundheitsministerium gestartet. Die Studie erfasst tagesaktuell Daten über die Anzahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern des Landes. Obwohl nur 30 der landesweit 77 Krankenhäuser ihre Daten gemeldet hätten, habe das Register durchaus repräsentativen Charakter, betonte Studienleiter Anselm Gitt, Oberarzt am Ludwigshafener Klinikum, bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse im Herzzentrum.

Gitt erwartet auf Basis der Daten bis Mitte Dezember etwa 1400 weitere stationär zu behandelnde Covid-19-Patienten. Von diesen müssten schätzungsweise mehr als 300 beatmet werden.

Nur noch 100 freie Betten?

Mit Stand 12. November gab es landesweit 420 freie Intensivbetten, nur noch etwa 100 werden es nach Gitts vorsichtiger Einschätzung in einem Monat sein. Was die Intensivbetten im Land betrifft, so seien 933 der insgesamt 1353 Betten derzeit belegt. Stand Donnerstag werden aktuell rund 550 Corona-Patienten landesweit stationär behandelt. 126 liegen auf Intensivstationen, 102 davon werden beatmet.

Für das Register sind 274 stationär behandelte Corona-Patienten näher dokumentiert worden. Das Alter dieser Patienten lag im Schnitt bei 64 Jahren. Die stationäre Behandlung dauerte durchschnittlich 15 Tage. Jeder fünfte Patient musste dabei beatmet werden.

„Guter Überblick“

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bezeichnete das in dieser Form bundesweit einmalige Register als „erfolgreiches Frühwarnsystem“. Es biete einen guten Überblick über die verfügbaren Kapazitäten in Krankenhäusern und ermögliche es, notwendige gesundheitspolitische Schritte in die Wege zu leiten.

Der momentane „Lockdown light“ sei die richtige Konsequenz gewesen, um eine exponentielle Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte die Mainzer Ministerin weiter. Angesichts der bundesweiten Rekord-Infektionszahlen sieht die Bundesregierung wenig Anlass, die derzeitigen Corona-Beschränkungen zu lockern. Wie weit die November-Beschränkungen für die Gastronomie oder die Kultur auch im Dezember noch aufrechterhalten werden, ließ Regierungssprecher Steffen Seibert offen.

Neuer Höchststand

Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag mit 23.542 Neu-Infektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand. Am Montag schalten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder zu erneuten Beratungen zusammen.

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